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Was die Bürger wollen

18.02.2010 | 17:52 Uhr
Was die Bürger wollen

Bottrop. Mehr und preiswertere Wohnungen für Senioren, zu kurze Grünphasen an Fußgängerampeln, fehlende Einkaufsmöglichkeiten in den Stadtteilen: Eine Fülle von Hinweisen und Wünschen der Bewohner sammelte die Stadtverwaltung bei zwei Bürgerforen im Juni 2009 in der Innenstadt und auf dem Eigen. Für diesen Stadtteil lassen sich auch Schwerpunkte bilden: Die größten Probleme sahen die Eigener beim Thema Straßenverkehr, darüber hinaus kristallisierte sich Informationsbedarf heraus, und zwar rund ums Altwerden sowie über Aktivitäten im Stadtteil. Die Lebens- und Wohnqualität auf dem Eigen schätzen die beteiligten Bürger als positiv ein - ein ähnliches Ergebnis ergab das Bürgerforum in der Innenstadt.

Die beiden Stadtbezirke wurden nicht zufällig gewählt, denn dort können die Anregungen in Projekte wie den Stadtumbau West (City) und die Unterstützungsangebote für Senioren der Gesellschaft für Bauen und Wohnen (Eigen) eingebunden werden.

Ursula Dickmann, Abteilungsleiterin im Planungsamt, will die Beiträge der Bürger an Bezirksvertretung, Sozialamt und weitere Adressaten weiterleiten, die die Anregungen prüfen und eine Prioritätenliste erstellen. Den Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt kann die Verwaltung unter Umständen erfüllen, aber die Einrichtung eines Cafés an der Unteren Hochstraße wohl kaum anordnen.

Den Bewohnern eine Plattform zu bieten für Kritik und Anregungen, war nur ein Anliegen der Bürgerforen. Mit ihnen beteiligte sich Bottrop am NRW-Modellprojekt „Aktiv im Alter“ mit dem Ziel, soziale Netzwerke zu entwickeln und zu fördern. Gruppen und Organisationen konnten einander in der Begegnungsstätte der AWO kennen lernen und Kontakte knüpfen. Darüber hinaus startete die Verwaltung eine Fragebogen-Aktion, um zu erfahren, wie intensiv die Bürger in soziale Netze eingebunden sind. Das Resultat hat Ursula Dickmann überrascht: „Es gibt viel mehr Gruppen, als uns bekannt sind.“ Denn gewertet wurden nicht nur mitgliederstarke Vereine, sondern auch kleine und informelle, wie der Frauentreff, die Bowlinggruppe und der Handarbeitskreis. Das bedeutet auch einen großen Fundus von engagierten Bürgern, folgert Ursula Dickmann. Diese Gruppierungen könnten aus ihrer Sicht Ansatzpunkt für ein soziales Netzwerk sein, das die Aufgaben der Nachbarschaftshilfe früherer Jahre übernimmt - wenn sich die Beteiligten darauf einlassen.

Marie-Luise Schmand

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