Warteschleife am Flugplatz

Drei Jahre hatte der Auskieser Euroquarz Zeit für den Abbau am Flugplatz Schwarze Heide. Eben so lange hatte die Verwaltung Zeit, Pläne zu machen oder zu ändern für die Zeit danach, wenn auf der Fläche das seit Jahren geplante Gewerbegebiet entstehen soll. Unabhängig von der politischen Debatte hat sich das Planungsamt bemüht, die Vorgaben so weit wie möglich zu fassen für die Frage: Welche Unternehmen dürften sich dort überhaupt ansiedeln? Der Erfolg: überschaubar.

Die Vorgeschichte der Planung ist lang, hat Gerichte und Gutachter beschäftigt und soll nur im Zeitraffer erzählt werden. Die Vision eines interkommunalen Gewerbegebietes am Flugplatz war für die Stadt Bottrop und die Nachbarkommunen, die den Flugplatz als Gesellschafter betreiben, Anlass für die Investition in eine Verlängerung der Landebahn gewesen. Der Kreis Wesel erhoffte sich von diesem Gewerbegebiet Ersatzarbeitsplätze für das Bergwerk Lohberg, in Bottrop dachten die Politiker an das absehbare Ende des Bergwerks Prosper-Haniel 2018.

Um dieses Gewerbegebiet mitten im Grünen überhaupt genehmigungsfähig zu bekommen, haben sich Planer und Politiker auf eine Einschränkung einlassen müssen, der im Gebietsentwicklungsplan des Regierungsbezirkes Münster so festgeschrieben ist: „In diesem Bereich sind ausschließlich Betriebe des Luftfahrzeugbaus, sowie die zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebes notwendigen oder der Luftfahrtausbildung dienenden Gebäude zulässig.“ Von eben dieser Beschränkung auf so genannte „flugaffine“ Betriebe versuchen die Städte seit Jahren wegzukommen,

Denn: Flugzeugbauer Walter Extra sitzt schon am Flugplatz, ebenso wie Flugschulen und Luftsportclubs. Die Anzahl weiterer möglicher Interessenten hat sich als, sagen wir: überschaubar erwiesen. Also sollte die Beschränkung gelockert werden. Aber ganz vorsichtig, warnt Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins: „Mit einer großzügigen Befreiung würden wir auf die Nase fallen.“

In Gesprächen mit dem Regionalverband, dessen gerade entstehender neuer Regionalplan die Grundlage für alle künftigen Planungen bildet, haben Verwaltung und Politik für eine Lockerung geworben. So könnte „flugaffin“ schon sein, wenn das Management eines Unternehmens häufig auf das eigene Firmenflugzeug angewiesen ist. Allerdings muss der Regionalplan endlich einmal fertig werden, und gerade erst ist der Regionalverband innerhalb Essens umgezogen: „Wir sitzen noch auf vielen Kisten“, sagt RVR-Sprecherin Barbara Klask.

CDU-Fraktionschef Hermann Hirschfelder will, dass es endlich vorwärts geht: „Die Entscheidung über die Zukunft dieser Fläche darf keine Hängepartie werden.“