Warten auf den genetischen Zwilling - Hilfe für kranke Ava

Zahlreiche Freiwillige lassen sich auf dem Gelände des Sportplatzes von DJK Adler Frintrop als Stammzellenspenderfür die an MDS erkrankte kleine Ava registrieren. Auch Kristina Rusch lässt sich von Dr. Mazin Sanuri Blut abnehmen.
Zahlreiche Freiwillige lassen sich auf dem Gelände des Sportplatzes von DJK Adler Frintrop als Stammzellenspenderfür die an MDS erkrankte kleine Ava registrieren. Auch Kristina Rusch lässt sich von Dr. Mazin Sanuri Blut abnehmen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Hilfsaktion für die schwer kranke Ava (3) aus Bottrop war ein voller Erfolg. Über 850 neue Spender ließen sich in Essen registrieren.

Bottrop/Essen.. Der Name Ava hat mehrere Bedeutungen, unter anderem geht er auf „aval“ zurück, das altsächsische Wort für „Kraft“. Diese Interpretation passt wohl am besten zu dem dreijährigen Mädchen aus Bottrop, das gegen MDS kämpft, eine lebensbedrohliche Erkrankung des blutbildenden Systems.

Eine Stammzellspende kann sie heilen. Daniel Tschirner, ein Freund der Familie, organisierte jetzt eine Registrierungsaktion in Essen-Frintrop und sorgte dafür, dass sich mehr als 850 neue Spender in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS eintragen ließen.

„Ava ist so tapfer, sie hat trotz der Krankheit nicht ihr Lächeln verloren“, so Mama Jenny, gerührt von soviel Unterstützung. Alle zwei, drei Tage muss Ava ins Krankenhaus zur Bluttransfusion. Das hat nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch viele Helfer mobilisiert. Auf der Essener Bezirkssportanlage „Am Wasserturm“ konnte sich jeder als Spender registrieren lassen. Der DJK Adler Union Essen-Frintrop stellte die Halle und viele ehrenamtliche Helfer.

Michael Tschirner, Vater des Initiators und Geschäftsführer des Vereins: „Meine Frau hat auch früher Knochenmark gespendet“, sagt er. „Ich finde es toll, was die DKMS macht und unterstütze sie gerne!“ Der evangelische Kindergarten Fuhlenbrock, den Ava und ihr Bruder Noah besuchen, sorgte für Kuchenspenden, Basteltisch und Hüpfburg. „Sowohl wir vom Team als auch die Eltern waren betroffen und tun alles, um Ava zu helfen“, sagt Erzieherin Mareen Wachler.

Die Johanniter nahmen Blut ab

Außerdem hat sich der Star Wars-Kostümverein „501st German Garrison“ zur Unterstützung gemeldet. In ihren Kostümen standen sie für Fotos mit Kindern bereit. Die Essener Johanniter kümmerten sich um den Ablauf. Nachdem ehrenamtliche Helfer die Daten der 17 bis 55-jährigen Spender erfasst hatten, nahmen ihnen die Johanniter Blut ab und trugen sie in die Spenderdatei ein. „Unsere 20 Helfer von heute haben sich natürlich auch typisieren lassen“, sagt Einsatzleiter Thorsten Strack.

"Einen passenden Spender zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen"

Auch eine Tombola hatten die ehrenamtlichen Rettungsleute in kürzester Zeit auf die Beine gestellt, denn jede Typisierung kostet 50 Euro. „Der gesamte Erlös geht auch an die Spenderdatei“, so Organisator Daniel Tschirner. Über 1000 Besucher sind gekommen, um zu helfen. „Einen passenden Spender zu finden ist, als suche man die Nadel im Heuhaufen“, sagt Avas Mutter. Wenn unter den neuen Spendern keiner für Ava dabei ist, kann aber vielleicht einem anderen Kranken geholfen werden.“ Und irgendwo wartet sicher auch Avas genetischer Zwilling.