Vor 60 Jahren: Baubeginn von Heilig Kreuz

Heilig Kreuz hat immer noch viele Fans in der Stadt, auch wenn die Kirche schon seit einigen Jahren nicht mehr als Gotteshaus, sondern „nur“ noch als Kulturkirche genutzt wird. Auch für besondere Gottesdienste, wie zum Beispiel zum Patrozinium, dem Fest Kreuzerhöhung am 14. September, oder beispielsweise als Station der Fronleichnamsprozession, soll der markante Sakralraum, mit dessen Bau die Gemeinde vor 60 begann, nicht mehr reaktiviert werden.

Das jedenfalls sei Konsens, auch in den Gremien der Großpfarre St. Cyriakus, zu dem der Heilig-Kreuz-Bezirk inzwischen (wieder) gehört, sagt Propst Paul Neumann am Rande des „Orgel Plus“-Konzertes in der voll besetzten Kirche (siehe Bericht unten). „Wir können Heilig Kreuz auf Dauer nicht halten und nehmen deswegen auch konsequent Abschied von Gottesdiensten in der Kirche“, sagt Neumann, der allerdings die neue Nutzung als Kulturkirche unbedingt befürwortet. Wann die Kirche nun endgültig profaniert werde, könne er ebenfalls nicht konkret sagen. „Wir müssen sehen, wie sich das neue Konzept mit dem Förderverein entwickelt und wie die Pläne im Bistum allgemein aussehen, dann entscheiden wir hoffentlich zum Besten aller“, sagt Paul Neumann.

Man habe bei der Neustrukturierung schweren Herzens auf Heilig Kreuz verzichtet, aber die Kirchendichte in unmittelbarer Innenstadtlage sei sehr groß gewesen, deswegen auch die Entscheidung, St. Elisabeth zu halten, so der Propst.

Als im Sommer 1955 der Grundstein für die Kirche gelegt wurde, waren die Pläne zur Aufteilung der damals mit über 15 000 Mitgliedern sehr großen Cyriakus-Pfarre schon älter. Fast gleichzeitig liefen die Bestrebungen zur Gründung von St. Elisabeth an der Eichenstraße.

Beide Bezirke umfassten damals etwa 4000 Gläubige. Am 13. Juni 1955 tat der damalige Propst Dickmann von St. Cyriakus den ersten Spatenstich. Im September konnte der Grundstein gesegnet und eingesetzt werden.

Von Anfang an entschied man sich - ohne offiziellen Wettbewerb - für den Entwurf des bekannten Architekten Rudolf Schwarz. Dabei scheint die Parabelform, die nicht nur die Kirche, sondern auch das umgebende Gelände mit einbezieht, von Anfang an favorisiert worden zu sein. Schwarz dachte seine Entwürfe immer ganzheitlich, architektonisch wie theologisch. Er wollte einen Raum für Gott schaffen, der den Menschen immer einbezieht, der sich öffnet und zugleich (be-)schützend wirkt.

Eingeweiht wurde Heilig Kreuz 1957. Im Laufe der nächsten Monate wird die WAZ über weitere Details, Symbolik, aber auch die aktuelle Weiterentwicklung und den Erhalt dieses Denkmals berichten.