Von der Landgemeinde zur Stadt
12.02.2010 | 16:58 Uhr 2010-02-12T16:58:00+0100
Bottrop.In der Ausstellungsreihe der Historischen Gesellschaft geht es um Persönlichkeiten dieser Stadt. Nach Ernst Wilczok, Hugo Reckmann, Prof. Dr. Johannes Ohm und Prof. August Everding wird jetzt der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Erich Baur vorgestellt.
Dr. Baur wurde 1879 in Köln geboren, war Jurist und wurde 1920 vom damaligen Magistrat der Stadt Bottrop zum 1. Bürgermeister der Stadt gewählt. Ein Jahr zuvor erst hatte Bottrop die Stadtrechte erhalten. Somit war er erster Oberbürgermeister in dieser neuen Stadt und hat die Amtsverwaltung der Landgemeinde zu einer Stadtverwaltung geformt. Ihm ist das nachhaltige Entwicklungskonzept für die junge Stadt zu verdanken.
Auf 14 Tafeln sind in der Ausstellung, die am 21. Februar im Malakoffturm eröffnet wird, die zu Dr. Bauers Wirken gesammelten Materialien zu sehen.
Es geht um seine Herkunft, seine Familie, sein Elternhaus. Der Einstieg in den Beruf und seine Wahl zum 1.Bürgermeister der Stadt Bottrop sind ein weiterer Schwerpunkt. Vorgestellt wird natürlich auch die Ausgangslage der Stadt bei seinem Amtsantritt.
Schwierige Phasen seiner Amtszeit wie die Zeit der Ruhrbesetzung 1923 bis 1925 und die kommunale Neuordnung 1929 sind besonders herausgestellt.
Nach den ersten zehn Jahren seiner Tätigkeit lässt sich die Entwicklung des Stadtkerns und beispielhafter Innenstadtbereiche aufzeigen: die der nördliche Innenstadt mit der Konzentration der Be-hörden um das Rathaus, der Bereich um den Sportplatz an der Paßstraße, der Berufschul-komplex, die Wohnanlagen im Scharnhölzfeld (Nordring / Im Scheierbruch) und der Be-reich um die Luggesmühle.
Bereiche, die nach wie vor das Stadtbild Bottrops prägen. Auffallend: der besonderer Baustil für Schulbauten und öffentliche Einrichtungen (z. B. die Berufsschule).
Durch die Nationalsozialisten wurde seine Arbeit als Oberbürgermeister im Jahre 1933 beendet. Der Zentrumsmann zog 1934 nach Bad Godesberg und arbeitete dann als Anwalt.
Die Verleihung der Ehrenbürgerrechte aus Anlass der Großstadtwerdung 1953 war dann später eine besondere Anerkennung seines Lebenswerkes in Bottrop.
Die Tafeln stellen Dr. Baurs Leben und Wirken vor. In einer Vitrine sind zudem persönliche Gegenstände zu sehen. Darunter der Kneifer, der für sein Erscheinungsbild im Bottroper Rathaus besonders signifikant war.
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