Das aktuelle Wetter Bottrop 14°C
Bottrop

Von 14 bis 104 - alles auf die Tanzfläche

02.09.2009 | 17:24 Uhr

Beim Mehrgenerationen-Ball am 3. Oktober im Ev. Gemeindehaus. Festliche Kleidung erwünscht. Tanzkurs zum Auftakt

Darf ich bitten, Oma? Mutige Enkel könnten mit dieser Aufforderung beim Mehrgenerationenball am Samstag, 3. Oktober, eine ungewöhnliche Tanz-Paarung herausfordern. „Wir machen was Neues, Einmaliges”, kündigt Daniela von Bremen zum einjährigen Bestehen des Mehrgenerationenhauses an, das sich zu diesem Anlass aufs Parkett wagt und Kinder, Eltern und Großeltern zum Ball mit Live-Musik einlädt. „Mädchen tanzen gern mit ihren Vätern”, hat Tanzlehrerin Helga Frank beobachtet. Bei den Jungen jedoch dominiere vor einem öffentlichen Auftritt mit der Mutter die Angst vor der Blamage, erkennbar am flehentlichen „Zieh' bloß was Vernünftiges an!” Vielleicht hilft dann der Hinweis, dass Paarzwang an diesem Abend tabu ist . . .

Für Trittsicherheit will Tanzlehrer Peter Frank sorgen, Ehefrau Helga hilft mit und wird dafür sorgen, „dass die richtigen Füße bei der Hand sind.” Franks Beitrag zum schwungvollen großen Ganzen ist, je nach altersbedingter Perspektive, zwischen „Tanzauffrischung” und „Crash-Kurs” anzusiedeln. „Man könnte es auch Schadensbegrenzung nennen”, ergänzt Pfarrerin Anke-Maria Büker-Mamy mit vergnügtem Zwinkern in den Augen. Wie auch immer: Eine knappe Stunde lang („das reicht für die Grundschritte”) wird der Profi-Tänzer zum Auftakt ab 19 Uhr die Gäste auf die korrekte Schrittfolge bei Foxtrott, Wiener Walzer und Boogie einschwören. Vor, zurück, seit - komplizierter soll es nicht werden, verspricht Frank, denn alle sollen Spaß am Miteinander haben - auch dem der Füße. Wer glaubt, sich den Verzicht auf diesen Tanzkurs leisten können, erscheint erst um 20.15 Uhr. Aber bitte taktfest.

Formlosigkeit ist beim Ball der Generationen nicht das Gebot des Abends. „Unsere Gäste sollen festliche Kleidung tragen”, stellt Mehrgenerationenhaus-Leiterin Daniela von Bremen klar. „Das wird das nächste Problem”, schwant Pfarrerin Büker-Mamy. Einerseits gekennzeichnet von der Ablehnung teurer und elitärer Anmutung, andererseits geprägt vom Wunsch nach dem besonderem Outfit, das dem Anlass Rechnung trägt: Die Anspruchshaltung der Veranstalter ist ein wenig unklar - was der Tatsache geschuldet sei mag, dass sie selbst nicht so weit entfernt sind von der Generation, die lustvoll Kleidungs- und weitere Zwänge über Bord warf. Pfarrerin Büker-Mamy sehnt sich keinesfalls zurück nach erstarrten Koventionen, aber sie wünscht sich ein Repertoire von Umgangsformen, das respektvolles Miteinander gewährleistet und anlassgebunden Flexibilität auch bei der Kleidung erlaubt. Und daher: „Wenn man eine Krawatte trägt, ist die Haltung eine andere”, meint sie mit Blick auf den Mehrgenerationenball. Also überlässt man letzlich die Entscheidung über das Erscheinungsbild dem persönlichen Takt- und Stilempfinden. Und was die Krawatte betrifft: „Wir helfen gern aus”, versichert das Etikette-gestählte Ehepaar Frank, das derlei diskrete Improvisationen gewohnt ist.

Ton und Takt gibt die Jazzfire-Bigband aus Gladbeck vor, die sich mit anspruchsvollem Big-Band-Jazz und breitem Repertoire im Ruhrgebiet einen guten Namen erobert hat. Für drei Stunden guter Unterhaltung übernimmt ihr Leiter Martin Greif Gewähr, in den Tanzpausen ist für Getränke und Snacks gesorgt.

Marie-Luise Schmand

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/164397/create

Aktuelle Fotos und Videos
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Faszination Oldtimer
Bildgalerie
Sammlerstücke
11.Bottroper Gospelnacht
Bildgalerie
Musik
Aus dem Ressort
Die Ideallösung ist ein Aufzug
Bahnhof Boy
Der Tenor war eindeutig. Am Bahnhof Boy muss ein Aufzug her, eine Rampe ist keine wirkliche Alternative. Da waren sich alle der gut 100 Demonstranten am Freitag einig. „150 Meter müsste so eine Rampe lang sein, das ist schon für einen gesunden Menschen eine anstrengende Slalomstrecke“, sagt der...
Schlecker: Perspektive für ein Viertel der Frauen
Arbeitsagentur
Rund acht Wochen nach der Kündigungswelle bei der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker hat im Bezirk der Gelsenkirchener Arbeitsagentur ein knappes Viertel der ehemaligen Beschäftigten wieder eine berufliche Perspektive.