Vom Hinterhof zur grünen Insel
11.08.2009 | 19:01 Uhr 2009-08-11T19:01:00+0200
Bottrop. Auf dem Gelände der alten Ziegelei im Hintergelände der Horster Straße ist ein Wohngebiet entstanden.
Bauen und wohnen nur im Stadtnorden, in Kirchhellen? Nein, auch in den anderen Stadtbezirken Bottrops südlich der A 2 sind in den letzten Jahren neue Wohnquartiere entstanden. Weitere sind im Aufbau oder geplant. Brachflächen, oft nach abgeschlossener industrieller Nutzung, stehen zur Verfügung. Häufig ist es dann eine Innenblockbebauung - so zum Beispiel auf dem alten Ziegeleigelände zwischen Horster Straße, Scharnhölzstraße und Ostring.
Ein 2,2 Hektar großes Hintergelände. Es sollte einer geordneten Nutzung zugeführt werden, die Hinterhofatmosphäre verschwinden, argumentierten Verwaltung und Politik vor der Aufstellung des Bebauungsplanes.
Noch Häuser zu haben
Einst stand da der alte Ringofen, der der Siedlung den Namen gibt. Wo Ziegel gebrannt und danach Schrotthandel und Lagerplätze betrieben wurden, wächst ein Gebiet aus Doppelhaushälften und Reihenhäusern heran, bei Bedarf mit Erdwärme versorgt.
Von den 43 Wohneinheiten sind noch 13 zu haben. Und Marcus Breit, Vertriebsleiter für den Vermarkter, die swf-Projektbau in Dinslaken, ist auch optimistisch, dass sich für diesen Rest auch noch Käufer finden. Im Augenblick mache nur die wirtschaftliche Lage Probleme: „Wer in Kurzarbeit steht, erhält keine Wohnungsbauförderung und bekommt so auch Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme bei der Bank. Wir haben zurzeit vier Häuser optioniert von Bauwilligen, die in Kurzarbeit stecken.”
Woher kommen die Häuslebauer für diese innenstadtnahe Wohnbaufläche - alle aus Bottrop? „Viele schon”, sagt Breit, manche aber z.B. auch aus Essen. Allein sechs Bauherren hätten in diesen beiden Städten alte Zechenhäuser aufgegeben, um jetzt in der Siedlung neu zu bauen.
Straße ist nicht zu hören und zu sehen
Gibt es außer der wirtschaflichen Lage noch andere Vermarktungshemmnisse? „Eins: Wenn wir sagen, dass das Baugebiet an der Horster Straße liegt, werden viele skeptisch. Sie sind es aber nur so lange, bis sie einmal zur Baustelle gefahren sind. Dann merken sie, dass sie weder Lärm noch eine schlechte Aussicht fürchten müssen. Dann ist das Eis gebrochen.”
Und die Leute halten den Begriff „grüne Insel”, den die Projektplaner gewählt haben, nicht länger für so falsch.
Kinderspielplatz, kein Durchgangsverkehr - damit wird geworben. Denn das Baugebiet wird nur von der Horster Straße her erschlossen. Lediglich ein Fuß- und Radweg führt auch noch zur Scharnhölzstraße.
Ende des Jahres soll das Bauvorhaben fertig sein, nicht verkaufte Häuser haben dann immerhin Rohbaustatus, so dass große Belästigungen für die dort schon Wohnenden wegfallen.
10:54
Beileid an die Häuslebauer, eine Wertsteigerung ist nicht in Sicht, da Immobilie im Wert auch von der Lage abhängig ist.
Mag sein, dass die neuen Siedlungen grüne Inseln sind,
die Hinterhöfe sind geblieben...