Vom Gärtner zum Architekten

Wolfgang Telöken probiert in der Essener Siedlung „Meistersinger-Park“ das neue interaktive Spielgerät aus.
Wolfgang Telöken probiert in der Essener Siedlung „Meistersinger-Park“ das neue interaktive Spielgerät aus.
Foto: Franz Naskrent
Was wir bereits wissen
Wolfgang Telöken entwickelt und plant Landschafts-Bauvorhaben. Der Essener „Meistersinger-Park“ ist eines seiner Vorzeigeprojekte.

Bottrop-Kirchhellen..  „Jedes neue Projekt erfordert zwei wichtige Komponenten. Die kreative Gestaltung und die technische Umsetzung sind Bestandteile meiner Arbeit“, betont der Kirchhellener Landschaftsarchitekt Wolfgang Telöken. „Beides ist für ein gutes Ergebnis entscheidend. Trotz der augenscheinlichen Gegensätzlichkeit haben mich die Bereiche seit meinem Studium interessiert“, ergänzt er.

Seinen Abschluss als Ingenieur machte der heutige Mitarbeiter der Essener „Allbau AG“ im Jahr 1990. Nach einer Ausbildung zum Gärtner in der ehemaligen Bottroper Stadtgärtnerei wollte sich Telöken neu orientieren. „Ich habe den grünen Bereich lieben gelernt, obwohl ich eigentlich nie Gärtner werden wollte.“ Bis dahin sei seine Laufbahn vorbestimmt gewesen, die Eltern besaßen zu dieser Zeit einen Gartenbaubetrieb in Kirchhellen.

Das Studium führte den Landschaftsarchitekten, nach einjähriger Zwischenstation im Münsterland, zu seinem jetzigen Arbeitgeber, für den er mittlerweile rund 25 Jahre arbeitet. Er entwirft unter anderem Konzepte für bestimmte Regionen in Essen und ist als Bereichsleiter für ein Wohnungsumfeld mit 300 Spielplätzen und mehr als 10 000 Bäumen verantwortlich.

Auf die Umsetzung des Bauprojektes „Meistersinger-Park“ ist Telöken besonders stolz. Das Projekt holte den zweiten Platz beim Wettbewerb „Viertel vor Grün“, bei dem vorbildliche Wohnquartiere von einer Jury ausgezeichnet wurden. Die letzten Arbeiten fanden vor einem halben Jahr statt.

„Die Frage, wie man eine bereits vorhandene Wohnanlage attraktiver gestalten kann, war für das Vorhaben ausschlaggebend“, so der Kirchhellener Fachmann. Die Bindung der Anwohner an den Wohnort habe zudem für den ersten Flächenentwurf eine entscheidende Rolle gespielt. „Wir wollten die drei Themen Natur, Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen und Spielfelder für Kinder umsetzen.“

Nun reihen sich Hochbeete mit Zwiebelgewächsen und Stauden im „Meistersinger-Park“ aneinander, um die sich Anwohner kümmern können. Für ältere Leute hat die „Allbau AG“ eine bequeme Schaukel eingerichtet, die – unter Volllast – von drei Personen gleichzeitig genutzt wird. Mädchen und Jungen steuern ein neues, interaktives Spielgerät über ein eingebautes Display. Ein bereitgestellter Internet-Hotspot garantiert kostenfreies Surfen in einem Wohnbereich.

„Wir wollten Bewegung und moderne Technik verbinden“, so der Landschaftsarchitekt. „Die Außenanlage musste den modernen Bedürfnissen angepasst werden.“

Seine Erfahrungen bringt der Architekt bei der „Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau“ (FLL) ein. „Hier wird der Standard für den grünen Bereich bestimmt“, sagt Telöken.