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Vom Ätna zum Bottroper Karneval

05.02.2016 | 18:26 Uhr
Vom Ätna zum Bottroper Karneval
Der Sizilianer Alberto Casella (l.) kommt extra gfür den Karneval nach Bottrop. Jens Abshagen, Akkordeonist der Band „Trallafitti“ lockte den 47-Jährigen für eine Woche vom Ätna ins Ruhrgebiet.Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.  „Trallafitti“ brachte Alberto Casella nach Westfalen. Jens Abshagen von der beliebten Partyband überzeugte den Sizilianer vom Tanz auf dem hiesigen Vulkan.

Trallafitti? Che cosa significa? Was heißt das? Alberto Casella stutzt, als er zum ersten Mal den Namen der Ruhrpott Party Band hört. Klingt italienisch, ergibt aber keinen Sinn. Das lässt Jens Abshagen nicht auf sich sitzen. Der Mann am Akkordeon der Stimmungsformation, die auch jetzt mit ihren Mannen Rosenmontag nach dem Zug für die Musik beim Rathaus sorgt, rührte am Fuße des Ätna kräftig die Werbetrommel für Karneval. Nein, nicht am Rhein – sondern in Bottrop.

Dünnes Kölsch mag er nicht

Und Casella kam. Seit vier Tagen tourt der Sizilianer nun schon durch die Stadt. Plattdütsche, Grün-Weiß und natürlich Rosenmontag: Zug und Party im Rathaus. „Klar, ich bin dabei, natürlich im Kostüm“, sagt der 47-Jährige, der eigentlich auf Sizilien ein Bed and Breakfast-Haus betreibt. Neun Jahre arbeitete er für eine Bank in London. „Auch nicht gerade eine Karnevalshochburg, aber sonst eine tolle Stadt“, grinst er.

Aber Sizilien doch sicher. Tiefkatholisch, traditionsverbundener Karneval. „Fehlanzeige“, sagt Alberto Casella. Ein bisschen werde gefeiert, hauptsächlich für die Kinder. „Aber wer bei uns über die Stränge schlägt oder nur ein wenig einen drauf machen will, wird sofort komisch angeguckt. Die Gesellschaft ist immer noch sehr eng, konservativ, traditionell.“ Richtig rund geht es eher im oberen Teil des italienischen Stiefels. „In Venedig natürlich, aber auch an der Riviera, wo es schon rüber nach Frankreich geht“, sagt Casella.

Jens Abshagen und dessen Lebengefährtin Melanie Peter standen im Oktober auf einmal vor seiner Tür. Urlaub auf Sizilien: Meer, Wein und Vulkan. „Und doch muss man irgendwo schlafen, so landeten wir bei Alberto, in Zafferana Etnea, so heißt der 8000-Seelen Ort. Es war superschön“, erinnert sich Abshagen. Im Gespräch fiel auf einmal der Bandname „Trallafitti“. Das brachte alles ins Rollen. „Erklären sie mal einem Sizilianer, was trallafitti-gehen bedeutet, also auf die Rolle gehen, ausgehen, einen drauf machen!“ Abshagen – im Hauptberuf beim Gladbecker Rechnungsprüfungsamt – erzählt. „Schnell waren wir beim Karneval gelandet – und Alberto jetzt hier.“

Klar, es gab auch Sightseeing. Köln zu Weiberfastnacht, Alpincenter, Zollverein. „Dorthin sind wir sogar durch die Stauderstraße in Essen gefahren, schmeckt besser als das dünne Kölsch“, sagt Casella. Wenn er wiederkommt, will er unbedingt die Brauerei besuchen.

„Köln war toll, voll, auch mit Polizei.“ Im italienischen Fernsehen waren die Silvester-Vorfälle natürlich Thema, genauso wie die latente Terrorgefahr. Unsicher habe er sich aber in keinem Moment gefühlt. Ebenso wenig wie Melanie Peter, mit der er Kölns Altstadt unsicher machte. Auch an das Wetter musste er sich nicht gewöhnen. „Das kann um diese Zeit auf Sizilien genauso nass sein.“

Auf den Bottroper Zug am Montag ist er gespannt. „Ich gehe als Zwerg, Melanie als Hexe.“ Und mit „Trallfitti“ im Hintergrund kann ja nichts schief gehen. „Man sieht sich! Bottrop ist ja nicht so groß“, lacht der Sizilianer.

Dirk Aschendorf

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