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Vier Mio sind noch ohne Arbeit

29.04.2007 | 17:55 Uhr

OB erinnert beim Mai-Empfang im Saalbau daran, dass der Aufschwung noch an vielen Menschen vorbei geht. Prosper-Haniel unterstützen

"Du hast mehr verdient!" Unter diesem Motto finden dieses Jahr bundesweit die Veranstaltungen des DGB zum 1. Mai statt. Bottrop macht da keine Ausnahme, wie sich Vertreter der Stadt und des Rates beim Empfang für Gewerkschaftsfunktionäre am Freitag im Saalbau überzeugen konnten.

Positive Stimmung verbreitete zunächst Oberbürgermeister Peter Noetzel: "Die wirtschaftlichen Aussichten unseres Landes sind gut. Die Konjunktur zieht an, die Zahl der Arbeitsplätze wächst." Dennoch würde der Aufschwung an vielen noch vorbei gehen: "Vier Millionen Menschen sind immer noch ohne Arbeit", kontrastierte der Oberbürgermeister die guten Wirtschaftsdaten. Auch die Lage der arbeitenden Bevölkerung sei nicht so gut, wie angenommen werden könnte. Durch die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, würden "Standorte gegeneinander ausgespielt" und "die Arbeiter in einer globalisierten Wirtschaft erpressbarer."

Ähnlich sah es der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Reinhard Thater: "Unternehmer und Teile der politischen Verantwortlichen malen den internationalen Wettbewerb in düsteren Farben, damit viele Beschäftigte sich in Bescheidenheit üben." Dabei seien es gerade die Arbeiter, die mit ihrer Produktivität die Gewinne steigern würden.

Gerade die Situation der Jugendlichen rückte Thater stärker in den Fokus. Zehntausende würden einen Arbeitsplatz suchen. "Und dann gehen Politiker auch aus Bottrop hin und stimmen einem Antrag zur Beendigung des Bergbaus zu", machte Thater deutlich. Dies sei ein "unverantwortliches Verhalten", fielen damit doch Ausbildungsmöglichkeiten weg. Direkt sprach er den Oberbürgermeister an und warb um Beistand: "Bitte unterstützen Sie uns für einen leistungsfähigen Bergbau."

OB Noetzel hatte vorher schon die Hoffnungen der Gewerkschaftler auf einen Erhalt von Prosper Haniel genährt. Es müsse das Ziel sein, "Prosper Haniel weiterhin zu fördern und zu unterstützen", um einer möglichen Revision des Schließung begegnen zu können. "Bis eine Entscheidung der Deutschen Steinkohle getroffen wird, bleibt aber eine große Unsicherheit", schränkte er ein. Daher müsse die Stadt auch auf andere Entwicklungen setzen.

Es gehe darum, "Alternativen und Perspektiven für andere Wirtschaftszweige in Bottrop zu entwickeln", machte Noetzel deutlich. Er verwies auf die Zukunftskonferenz im Herbst. Hier werde "mit allen lokalen relevanten Kräften" versucht werden, "Handlungskonzepte zu erstellen." Aber nicht nur die Wirtschaft sei in der Pflicht, auch die Stadt. Dieser Verantwortung sei man sich bewusst.

Von Kai Kollenberg

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