Viele stellen sich zur Mahnwache der Muslime in Bottrop

Mit einer eindrucksvollen Mahnwache setzen Muslime und weitere Bottroper Bürger vor der WAZ-Redaktion ein Zeichen für Meinungsvielfalt.
Mit einer eindrucksvollen Mahnwache setzen Muslime und weitere Bottroper Bürger vor der WAZ-Redaktion ein Zeichen für Meinungsvielfalt.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Menschen islamischen Glaubens setzten vor der WAZ-Redaktion ein Zeichen für Meinungsvielfalt und Pressefreiheit. Zahlreiche weitere Bürger schließen sich an.

Bottrop.. Mit einer eindrucksvollen, rednerlosen Mahnwache haben Muslime in Bottrop am Freitag vor dem Gebäude der WAZ für Meinungsvielfalt und Pressefreiheit demonstriert. Oberbürgermeister Bernd Tischler, Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, Politiker und viele Bürger unterstützten spontan die Muslime bei ihrer Aktion.

„Wir wollen uns mit der Mahnwache deutlich von den Verbrechen der Terroristen distanzieren“, begründete Ibrahim Özen, Vorstandsvorsitzender der Moscheegemeinde an der Prosperstraße, die Initiative zu der stillen Demonstration. „Unser Imam hat zuvor im Freitagsgebet in der Moschee die Gläubigen dazu aufgerufen, daran teilzunehmen und ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben, für die Achtung der Presse- und Meinungsfreiheit zu setzen.“

Auch die Ditib-Moscheegemeinde am Nordring schloss sich dem Aufruf zu der Mahnwache an. „Es ist wichtig, dass wir deutlich zeigen, dass der Islam keine Religion der Gewalt ist. Islam heißt Frieden“, erklärte Ibrahim Bahadir, Vorsitzender Moscheegemeinde am Nordring. Sie sei benannt nach dem Dichter und Mystiker Yunus Emre, von ihm stamme der Satz: Ich liebe alle Menschen, weil Gott sie erschaffen hat. „Wir töten nicht“, bekräftigte Bahadir.


Muslime - Christen - Atheisten

Während der Mahnwache, an der mehr als 100 Personen teilnahmen, haben sich die Menschen – Christen, Atheisten, Muslime – in vielen Gesprächsgruppen ausgetauscht. Dazu boten Muslime heißen Tee an.

„Als ich heute in der Zeitung von der Mahnwache der Muslime las, habe ich meine zeitgleich eingeplanten Termine abgesagt, um die Muslime zu unterstützen, um Flagge zu zeigen“, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Ich möchte damit auch zum Ausdruck bringen, dass ich das Ansinnen der Muslime, für Meinungsfreiheit einzutreten, als Oberbürgermeister ausdrücklich begrüße – und zwar nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern aktiv.“

Er freue sich darüber, dass auch die katholische und evangelische Kirche die Muslime unterstützen, dass es in Bottrop ein friedliches Miteinander der Religionen gebe. Er lobte, dass die Initiative von den Muslimen selbst ausging.

Starke Unterstützung

Ein Zeichen, das auch Schwester Gertrud von den Missionsärztlichen Schwestern in Bottrop begrüßte. „Ich bin froh, dass die Muslime diese Veranstaltung gemacht haben. Ich finde es wichtig in diesen Zeiten, in denen es Kräfte gibt, die uns auseinander dividieren wollen. Es ist wichtig für das Zusammenleben in dieser Stadt.“ Ibrahim Özen dankte am Ende allen Teilnehmern. „Ich habe mich sehr über die starke Unterstützung gefreut.“