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Viel Lärm um die B 224

09.10.2007 | 00:00 Uhr

Der Ausbau dieser Bundesstraße in eine Autobahn war das Thema einer öffentlichen Bürgerversammlung, zu der die Politik eingeladen hatte

Das Thema interessierte. An die 150 Bürger nahmen sich den gestrigen Abend frei und Zeit für die öffentliche Versammlung, in der es um den Ausbau der Bundesstraße 224 zur Autobahn 52 ging. Sie hatten viele Fragen in die Aula der Welheimer Hauptschule mitgebracht. Eingeladen hatte die Politik.

Zunächst gab es gegenüber dem letzten Treffen im Mai wenig Neues zu hören. Jürgen Pauly, Leiter des A 52-Projektes beim Landesbetrieb Straßenbau NRW, gab einen Abriss über den aktuellen Planungsstand. Dabei hob er immer wieder den Lärmschutz hervor, der sich mit dem Ausbau zur Autobahn gegenüber der heutigen Belastung "immens verbessern" werde. Und seine Abteilungsleiterin, Elfriede Sauerwein-Braksiek, wies darauf hin, dass "überhaupt erst mit diesem Projekt ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz" für die Betroffenen Anwohner entstehe.

Die meldeten sich rasch zu Wort mit sorgenvollen Fragen nach der künftigen Lärmbelastung, nach der Zukunft von Pappelreihen, nach dem Abstand der Autobahn zu den Häusern, nach Staubbelastung und Wertminderung ihrer Immobilien, nach dem Lkw-Verkehr während der Bauarbeiten, nach Ausgleichsflächen, Flüsterasphalt, Schallschutzwand, Messwerten, Baustellensicherung und vielem mehr.

Das Podium bemühte sich um umfassende Antworten. Es falle schwer, im Bottroper Süden Ausgleichsflächen für den Landschaftsverbrauch zu finden, den die Maßnahme mit sich bringe. Insgesamt 45 Hektar seien anvisiert, aber nur 15 davon werden in den betroffenen südlichen Stadtteilen verwirklicht. Der Rest verteile sich übers Stadtgebiet, hinauf bis nach Kirchhellen.

Die Pappeln, einst zum Schallschutz teils von Anwohnern zwischen Gung- und Welheimer Straße gesetzt, werden fallen. An ihre Stelle und darüber hinaus errichten die Autobahnbauer einen begrünten Erdwall mit einer Lärmschutzmauer, insgesamt an die zehn Meter hoch. Und sie versprechen, den heutigen Lärmpegel damit mindestens zu halbieren. An einigen Stellen, wo die Bebauung auffällig nah an der Trasse liegt, werde die Autobahn um etwa 25 Meter davon abgesetzt - so es denn technisch möglich sei. Dennoch werde es Bereiche geben, in denen die Lärmbelastung hoch bleibe. Hier könne passiver Lärmschutz greifen, zum Beispiel der bezahlte Einbau neuer Fenster.

Flüsterasphalt - diese (Geld)Frage musste offen bleiben. Darüber habe der Bundesverkehrsminister zu entscheiden, und soweit sei man noch nicht. Auch ob zuerst der Lärmschutz errichtet und dann die eigentlichen Straßenbauarbeiten beginnen, blieb ungeklärt. Dies sei Angelegenheit eines Baustellen-Managements, das erst ins Leben gerufen wird, wenn der Prozess der Planfeststellung beendet ist. Die folgt nächstes Jahr.

Fotos: WAZ, Armin ThiemerVon Michael Friese

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