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Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop

10.07.2013 | 16:55 Uhr
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Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
Foto: Andreas Bartel

Bottrop.   Nach dem Verkehrunfall auf der Essener Straße, bei dem ein siebenjähriger Junge zunächst lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte, ist jetzt ein Video aus der Überwachungskamera eines Sonnenstudios aufgetaucht. Es belastet den Autofahrer (52). Offenbar war der Mann zu schnell unterwegs.

Ein Video aus der Überwachungskamera eines Sonnenstudios belastet den Unfallfahrer schwer, der am Montag gegen 7.15 Uhr auf der Essener Straße einen siebenjährigen Jungen erfasst hatte. Die Sequenz, die der Polizei vorliegt, widerlegt die Angaben des 52-jährigen Fahrers ebenso wie die Schilderung von Unfallzeugen.

Der Siebenjährige sei „zwischen geparken PKW auf die Essener Straße“ gelaufen. So stand es im Polizeibericht, denn so schilderten es der Unfallfahrer und mehrere Zeugen. So war es aber nicht. Das Video zeigt, dass der Parkstreifen vor den Häusern Essener Straße 89 bis 91 völlig frei von Autos war.

„Der Fahrer muss ihn gesehen haben“

Das Video zeigt auch, was wirklich passierte: Es zeigt den Siebenjährigen, der auf dem Schulweg die Straße überquert, um den Hund von Anwohner Frank Dohrmann zu begrüßen. Es zeigt dann, wie er seinen Schulweg fortsetzen und wieder die Straßenseite wechseln will. Auf der Fahrbahn bleibt er stehen, weil von rechts ein Auto kommt. Dann zeigt das Video den sich rasch nähernden dunklen VW des Unfallfahrers. „Der Mann muss den Jungen gesehen haben“, sagt Dohrmann. „Er hatte völlig freie Sicht.“ Nach seiner Einschätzung war der Fahrer viel zu schnell unterwegs. „Das Bremslicht leuchtet erst in dem Moment, wo er den Jungen schon auf der Motorhaube hat.“ Polizeisprecher Michael Franz spricht deshalb von einer „deutlich veränderten Beweislage“.

Der Junge hatte bei dem Unfall lebensbedrohlich Verletzungen erlitten. Nach Angaben der Polizei hat sich sein Zustand am Dienstag aber stabilisiert.

Kai Süselbeck

Kommentare
11.07.2013
11:31
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Spatenklopper | #6

Wird nun eigentlich auch gegen die "Zeugen" ermittelt, die alle zu Gunsten des Fahrers aussagten?

11.07.2013
08:15
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von ghostman | #5

Interessant, es ist häufiger zu beobachten, ein Unfall, der Fahrer greift zum Handy und wie aus dem Nichts tauchen "Unfallzeugen" auf!
Selten hat das Opfer so ein Glück wie dieses Kind durch Videoaufzeichnung.
Gut das die Polizei weiter ermittelt hat, die kennen nämlich auch ihre Pappenheimer, auch wenn es erst mal so nicht aussah.

11.07.2013
07:21
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von lystrophis | #4

Das einzige wirklich wichtige ist das der Junge ohne bleibende Schäden überlebt. Gute Besserung.

11.07.2013
00:08
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Albertros07 | #3

#2 wenn die Ermittlungen ein Armutszeugnis für sie sind, bedenken sie doch mal, dass trotz Zeugenaussagen weiter ermittelt wurde und so das Video festgestellt wurde. Was soll die Polizei am Unfallort denn aufnehmen, wenn alle das selbe sagen? Hier wurde bestens ermittelt!!!!

2 Antworten
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von cornelija | #3-1

Bestens ermittelt ???

Der einzige Zeuge war gebeten worden, den Unfallort zu verlassen, weil er sonst Spuren verwischen könne, nur weil er die Polizei darauf aufmerksam machen wollte, dass sich der Unfall an einer anderen Stelle ereignete. Es wurde dann eine verfälschte Spurensicherung vorgenommen, die den Autofahrer entlastete.

Der Zeuge meldete sich dreimal (!!!) telefonisch bei der Polizei und bot den Videobeweis wie Sauerbrot an. Er wurde noch nicht einmal zum ermittelden Beamten durchgestellt.

Erst nachdem der Zeuge die Presse einschaltete, reagierte die Polizei.

Auf so eine Leistung kann man nicht stolz sein.

Sorry.

Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Zensurum8Uhr | #3-2

Das Armutszeugnis ist berechtigt, wenn die Polizei aufgrund von Spuren nichtmal den exakten Unfallort feststellen kann.

10.07.2013
23:29
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von cornelija | #2

Die Ermittlungen der Polizei sind ein Armutszeugnis. Der einzige Augenzeuge wurde zwei Tage nicht angehört. Stattdessen wurden Zeugen vernommen, die erst später am Unfallort erschienen waren und nichts zum Unfallhergang aussagen konnten.

6 von 8 Polizeibeamten hatten sich um den armen Autofahrer gekümmert. Die "Schuldfrage" war schnell zu Lasten des sich völlig korrekt verhaltenen Jungen geklärt. Der VW Amarok des Autohauses Minrath aus Moers hat den Fahrer vor Kollisionen mit 7-jährigen Kindern vorzüglich geschützt, so dass der auch noch die Schuld dem Jungen zuweisen konnte. Denn der konnte sich sich ja nicht mehr wehren.

Ohne Videoaufzeichnung wäre dem einzigen Augenzeugen bei den vielen "Gegenzeugen" wohl nicht geglaubt worden.

Es wäre für alle Beteiligten auch bequemer gewesen, die Schuld bei einem 7-jährigen Jungen zu suchen. Zu dumm nur, dass es diese Videoaufzeichnung gibt.

1 Antwort
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Zensurum8Uhr | #2-1

Das Wichtigste ist erstmal, dass der Junge wieder gesund wird.
Aber es hätte mich auch interessiert, was die Experten der Polizei wohl noch ermittelt hätten ..und dann erst das Video vorlegen.

Vermutlich hat der Fahrer den Jungen nicht absichtlich überfahren, sondern hat ihn nicht gesehen, weil er abgelenkt war.

10.07.2013
17:30
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Spatenklopper | #1

Was bedeutet denn das "zunächst" in diesem Satz?
"bei dem ein siebenjähriger Junge zunächst lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte"

Entweder waren sie lebensgefährlich oder nicht, dass sich der Zustand des Jungen (zum Glück!) mittlerweile gebessert hat, spielt dabei keine Rolle.

1 Antwort
Video belastet Autofahrer nach Unfall auf Essener Straße in Bottrop
von Marcel1977 | #1-1

Verletzungen können durchaus "zunächst" lebensgefährlich und nach entsprechender Behandlung nicht mehr lebensgefährlich sein.

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