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Vertrauen aufbauen

06.07.2007 | 01:05 Uhr

Das Seniorenzentrum Käthe Braus setzt auf ehrenamtliche Helfer."Vieles geschieht automatisch, das ist eine Selbstverständlichkeit"

"Erwarten darf man eigentlich nichts, umso mehr kann man sich über die kleinen Gesten oder ein einfaches Dankeschön freuen." So bescheiden antworten Rosi Grenda und Gabriele Sonntag auf die Frage, warum sie ihre Freizeit ehrenamtlich im Seniorenzen-trum Käthe Braus an der Neustraße verbringen. Die beiden Frauen betreuen hier die Heimbewohner.

"Wir gestalten ein Nachmittagsprogramm, gehen mit den Senioren bei guten Wetter spazieren oder unterhalten uns einfach mit ihnen, nehmen uns Zeit für sie", erklärt Rosi Grenda. Was sie im einzelnen alles tut, weiß sie gar nicht mehr so genau. "Ich mache das seit vier Jahren, vieles geschieht automatisch, das ist für mich eine Selbstverständlichkeit." Dabei ist das, was Gabriele Sonntag und Rosi Grenda tun, alles andere als selbstverständlich. Das betont auch Angelika Weidlich, die Einrichtungsleiterin: "Frau Brenda, Frau Sonntag und ihre sechs Mitstreiter leisten einen ganz wichtigen Beitrag in unserer Einrichtung. Sie geben unserern Bewohnern Lebensqualität. Das kann man gar nicht hoch genug anrechnen."

An zwei Nachmittagen pro Woche kümmert sich Gabriele Brenda um die Bewohner im Wohnbereich Drei. "Das sind 15 bis 20 Personen, die ich dann betreue. Natürlich sind nicht immer alle da, aber ich bemühe mich, mir für jeden Einzelnen Zeit zu nehmen."

Anders ist es bei Gabriele Sonntag. Sie ist erst seit drei Monaten dabei und besucht einmal in der Woche eine 94-jährige Dame und kümmert sich dann nur um sie. "Bevor ich diese Aufgabe übernommen habe, habe ich lange gegrübelt und mir gründlich überlegt, ob ich diese Verantwortung übernehmen kann."

Einig sind sich die beiden, dass ihre Arbeit wertvoll ist. "Es braucht Zeit, bis die alten Menschen Vertrauen aufgebaut haben, aber wenn das geschehen ist, dann kann man unglaublich viel aus diesen Begegnungen mitnehmen. Man geht zum Beispiel ganz anders mit dem Thema Alter um."

Wichtig ist ihnen die Unterscheidung, dass sie nicht für Pflegedienste da sind. "Das ist strikt getrennt. Damit haben wir nichts zu tun, wir sind für die Freizeit da, den Rest übernimmt das Fachpersonal."

Was das Wichtigste in ihrem Ehrenamt ist? "Vertrauen! Die Bewohner müssen uns vertrauen können, dann öffnen sie sich uns. Kurz dahinter kommt dann aber die Kontinuität. Die Bewohner müssen merken, dass sie sich auf uns verlassen können. Sie müssen wissen, dass wir regelmäßig für sie da sind."

Auch mit dem Tod müssen sich die beiden auseinandersetzten. "Wir betreuen alte Menschen, da kann jederzeit was passieren. Darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man dieses Aufgabe übernimmt. Trotzdem geht einem so etwas immer nah", erklärt Rosi Grenda. Allerdings stehen in solchen Fällen auch Angelika Weidlich und ihr Team bereit. "Mindestens einmal im Quartal treffen wir uns mit allen Ehrenamtlichen und sprechen dann auch über solche Themen."

Von Matthias Düngelhoff



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