Versicherungsschutz auf jeweilige Lebenssituation abstimmen

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Bottrop..  „Die meisten Menschen sind nicht richtig versichert.“ Das ist die Erfahrung von Marco Krieter, der als Versicherungsberater einmal im Monat in der Verbraucherzentrale Bottrop ist (Termine 56 716-01; 40 Euro pro 30 Minuten). Manche sind unterversichert, andere verfügen über überflüssige Policen oder zahlen zu viel. Genau hinzuschauen, das Thema aktiv anzupacken und bestehende Verträge an geänderte Situationen anzupassen, dazu raten die Verbraucherschützer. Hier einige Themen aus der Beratungspraxis.

Berufsunfähigkeit

Eine Versicherung von hoher Bedeutung, so Krieter. Man sollte zwei Drittel des Nettoeinkommens absichern, mindestens aber 1000 Euro. Berufseinsteiger bekommen den Versicherungsschutz meist noch einfach. Bei Älteren sieht das schon anders aus. Krieter berichtet aus seiner Praxis: „Jeder dritte bekommt aus Gründen von Vorerkrankungen gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung.“ Auf dem Markt seien Alternativen, die eine Liste von Krankheiten (Schlaganfall, Herzinfarkt, Tumor) oder Grundfähigkeiten (Gehen, Greifen, Sehen) versichern. Nachteil: „Sie zielen rein auf körperliche Einschränkungen. Ursache Nr. 1 für eine Berufsunfähigkeit sind aber psychische Erkrankungen.“

Privathaftpflicht

„Da finden wir häufig zu geringe Deckungssummen“, sagt Krieter. Er empfiehlt eine Deckung von mindestens drei Millionen Euro.

Wohngebäudeversicherung

Der Experte rät zu einer erweiterten Elementarschadendeckung. Die helfe etwa auch bei Schäden durch Starkniederschläge, Rückstau aus dem Kanal und Erdsenkungen.

Fahrlässigkeit

Ein Thema, das alle Sachversicherungen betrifft (z.B. Gebäudeversicherung, Kfz-Kasko). Laut Krieter kann der Versicherer Leistungen kürzen, wenn der Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Es gebe aber Versicherer, die auf die „Einrede der groben Fahrlässigkeit“ grundsätzlich verzichten.

Überflüssige Versicherungen

Absicherung gegen Glasbruch ist für die meisten unnötig, so Krieter – „es sei denn, sie sammeln Glaskunstwerke“. Kritisch sieht er die Reisegepäckversicherung, die in vielen Schadenskonstellationen nicht greife. Andererseits biete auch die Hausratversicherung Schutz, etwa bei einem Taschenraub im Urlaub.