Vermutlich letztes Affentheater im Saalbau

Herbert Knebel und sein Affentheater - hier mit „Ozzi“ (r.) und „Trainer“ kommen mit dem aktuellen Programm „Männer ohne Nerven“ in den Saalbau.
Herbert Knebel und sein Affentheater - hier mit „Ozzi“ (r.) und „Trainer“ kommen mit dem aktuellen Programm „Männer ohne Nerven“ in den Saalbau.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Herbert Knebel kommt mit seiner Truppe und dem aktuellen Programm „Männer ohne Nerven“im Juni nach Bottrop. Es gibt nur noch wenige Restkarten.

Bottrop..  „Boh glaubse“ . . . Welcher Ruhrgebietsmensch kennt dieses unglaubliche Satzfragment nicht. Wer Uwe Lyko alias Herbert Knebel kennt, der weiß, dass es damit bei dessen „Affentheater“ immer erst so richtig los geht. Mit seinem aktuellen Programm „Männer ohne Nerven“ kommt Knebel mit seinen Mannen nun im Juni in den Saalbau. Dass dies einer der wenigen Tage im Jahr sein wird, an denen der ungeliebte 80er Jahre Bau ausverkauft ist, dafür garantieren allein schon die Protagonisten.

„Männer ohne Nerven“ - Ältere unter uns erinnern sich an die Stummfilmserie mit Charlie Chase und seinen Kumpanen, die - unterlegt mit Dialogen unter anderem von Hanns Dieter Hüsch in den 1970ern im Vorabendprogramm ihre Fans hatte. Ab und zu liefen auch Laurel und Hardy in dieser Reihe, die später von „Väter der Klamotte“ abgelöst wurde. Dafür brauchte man schon Nerven wie Drahtseile, weniger wegen der Slapstick-Einlagen, vielmehr wegen der liebenswerten Trottel, die einfach „nich zu Potte“ kamen, wie Knebel, der passionierte Frührentner des Reviers, es ausdrücken würde.

Reife Boygroup mit Pott-Slang

Nerven wie Drahtseile braucht auch der Ruhrgebietsmensch, wenn er sich Orten oder Ereignissen nähert, die Knebels Truppe in der aktuellen Show auf dem „Kieker“ hat. Dass dazu auch wieder einmal Essens tote „Zitty“ oder der ÖPNV gehören: geschenkt. Watt sch . . . iss, musse ja ma sagen dürfen. Außerdem sind da ja nicht AffentheaterBassist Martin „Pichel“ Breuer, Schlagwerker Detlef „Trainer“ Hinze oder Gitarrist Georg „Ozzi“ Göbel-Jakobi für verantwortlich. Die meisten Sprüche der aufmüpfig-gemütlichen Rentner-Gang stammen ja von Ruhrgebietsautor Sigi Domke.

Dass die Combo nämlich nicht nur Knebels Sprüche sondern auch immer jede Menge guter Musik auf Lager hat, vergisst man leider hin und wieder. Die Truppe - Lyko ist inzwischen so alt, wie seine Kunstfigur Knebel, nämlich junge runde 60 - ist weiter gut in Form und jenseits kleiner Zipperlein keinerlei Rhythmusstörungen auf.

Mit anderen Worten: Auch dieses neue Affentheater der Boygroup mit Pott-Slang kann sich hören und sehen lassen. Knebel und seine Mannen geben dem Affen weiter ordentlich Zucker.