Verdauungsbeschwerden sind ein Volksleiden

Magen-Darm-Beschwerden sind weit verbreitet: Sieben von zehn Einwohnern Nordrhein-Westfalens (also 70 Prozent) leiden darunter. Zu diesem Ergebnis kommt laut Birgit Lauer, Sprecherin der Apothekerkammer in Bottrop, eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Forsa.

3200 Bundesbürger befragt

Befragt wurden dabei im Auftrag der deutschen Apothekerschaft 3200 Bundesbürger ab 18 Jahren zu Beschwerden in den vergangenen zwölf Monaten. „Verdauungsprobleme sind nicht nur weit verbreitet, auch der Leidensdruck ist für viele Betroffene enorm. Apotheker beraten ihre Patienten deshalb tagtäglich dazu, was genau sie gegen Magen-Darm-Beschwerden tun können“, erläutert Birgit Lauer. So stand auch der Tag der Apotheke am gestrigen Donnerstag unter dem Motto: „Für Ihr Bauchgefühl. Was tun bei Magen-Darm-Beschwerden?“

Spitzenreiter der Verdauungsbeschwerden ist Sodbrennen: Jeder Dritte (36 Prozent) kennt es aus eigener Erfahrung. Jeder Fünfte leidet an Magenschmerzen oder Durchfall. Übelkeit und Erbrechen plagen ebenfalls jeden Fünften. Apothekerin Birgit Lauer: „Wir haben bei Verstopfung bewusst nur nach chronischen Beschwerden gefragt. Jeder 20. Einwohner NRWs, genauer gesagt sieben Prozent, leidet daran. Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht vor allem Ältere betroffen, sondern die Beschwerden sind in allen Altersgruppen gleichmäßig verbreitet.“

Nicht nur die Häufigkeit, auch der Leidensdruck ist enorm: Von Übelkeit oder Erbrechen fühlt sich jeder zweite Betroffene (54 Prozent) extrem oder sehr beeinträchtigt. Ähnlich hoch ist der Leidensdruck bei Durchfall, Verstopfung und Magenschmerzen. Birgit Lauer: „Die Beratung zu Magen-Darm-Beschwerden ist eine wichtige Aufgabe der Apotheker. Dabei geht es um weit mehr als um die Beratung zu Präparaten. Wir haben deshalb Informationsmaterial dazu entwickelt, wie man den Beschwerden am besten vorbeugen kann, welche nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten existieren und wann ein Arztbesuch ratsam ist.“

Patienten erhalten gedruckte Flyer in Apotheken. Zusätzlich sind sie digital auch in Englisch, Russisch und Türkisch verfügbar.