Ute Beese sucht kreative Ideen für Bottrop-Eigen

Ute Beese ist seit März bei der Awo auf dem Eigen Quartiermanagerin.
Ute Beese ist seit März bei der Awo auf dem Eigen Quartiermanagerin.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Quartiermanagerin auf dem Eigen will Menschen zusammenbringen. Freizeitaktivitäten und haushaltsnahe Dienstleistungen stehen oben auf dem Plan.

Bottrop..  Einsamkeit ist ein großes Problem vieler älterer Menschen, die ihren Lebenspartner verloren haben, nicht mehr so mobil sind und allmählich zu Hause versauern. Ein Thema, das mit dem demographischen Wandel an Bedeutung gewinnt. Die Awo versucht seit drei Monaten auf dem Eigen, dem etwas entgegen zu setzen. Ihre Geheimwaffe ist das Projekt „Quartiersentwicklung“, das für drei Jahre von der Fernsehlotterie gefördert wird. Ute Beese ist seit März als Quartiermanagerin am Start. ihr Büro hat sie im Ernst-Löchelt-Seniorenzentrum.

Ute Beese war Lehrerin, hat in den letzten Jahren aber in Seniorenprojekten gearbeitet. Für Bottrop hat sie sich viel vorgenommen: „Wir wollen Senioren aktivieren und Ehrenamtliche gewinnen, kreative Ideen umzusetzen.“

Menschen zusammenbringen

Kontakt aufnehmen

Sie will Menschen zusammenbringen, die etwa spazieren gehen wollen, auch wenn dabei der Rollator mit muss, oder tanzen wollen nach der Musik von früher, vielleicht auch spielen oder Kaffee trinken. Der Ideen sind da keine Grenzen gesetzt. „Wer mitmachen möchte, muss sich nur melden“, sagt Ute Beese. „Ich verstehe mich hier als Vermittlungsplattform“, erklärt sie.

Dabei hat die Quartiermanagerin nicht nur Freizeitaktivitäten für ältere Menschen im Sinn, sondern auch haushaltsnahe Dienstleistungen. Da geht es um die kleinen Hilfen im Alltag, wie das Auswechseln einer Glühbirne, aber auch um Begleitdienste etwa beim Einkaufen oder beim Arztbesuch oder vielleicht auch ins Theater. Ute Beeses Wunschtraum wäre, auch Helfer zu finden, die sich ein Zubrot verdienen, indem sie bei Senioren für kleines Geld putzen. In manchen Projekt, so erzählt die Quartiermanagerin, sei so etwas bereits in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und Hartz-IV-Empfängern eingestielt worden. Doch das ist Zukunftsmusik.

„Dienstleistungsangebote sind ein weites Feld“, sagt Ute Beese und erwähnt auch die „nette Toilette“, die von (netten) Geschäftsleuten Kunden und Passanten zur Verfügung gestellt, die mal dringend „müssen“. Dazu gehören auch Sitzbänke, die überall aufgestellt werden, damit Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sich mal ausruhen können. Oder das Reparaturcafé, in dem geschickte Handwerker ihre Dienste zur Verfügung stellen und (gegen die Materialkosten) Dinge reparieren, die sonst auf den Müll wandern würden. Ute Beese sammelt Ideen und knüpft Kontakte.

Schulung im August

Bei einer großen Auftaktveranstaltung sollen voraussichtlich nach den Sommerferien die ersten Projekte vorgestellt werden. Schon im August wird es ein Schulungsangebot der Quartiermanagerin geben für ehrenamtliche Helfer im Begleitdienst oder als Spaziergangspaten. Dort sollen dann auch versicherungsrechtliche Fragen im Ehrenamt ausführlich behandelt werden.