Untrainierte Winter-Jogger bekommen Quittung

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Der gute sportliche Jahresvorsatz kann auch übertrieben werden. „Viele verlangen ihrem eher untrainierten Körper zu viel ab“, sagt Birgit Lauer, Sprecherin der Apothekerkammer in Bottrop. „Wer zu schnell vom Couch-Potato zum Marathon-Läufer will, bekommt ziemlich zügig die Quittung.“ Im besten Fall ist das ein mehrtägiger, ordentlicher Muskelkater. „Doch wer untrainiert bei winterlichen Temperaturen auf seiner Laufstrecke Vollgas gibt, fängt sich auch häufig eine Erkältung ein.“

Worauf man in dieser Jahreszeit achten sollte: Im Winter trocknet Luft die Schleimhäute aus und bringt Kälte in die Atemwege. „Deshalb sollte man durch die Nase einatmen, um die Luft aufzuwärmen, bevor sie die Lunge erreicht.“ Mund und Nase können dazu noch mit einem Multifunktionstuch oder Schal geschützt werden. Trotzdem sollte man nicht zu viel Tempo machen. „Viele Läufer sind bei kalten Temperaturen schlichtweg zu schnell unterwegs.“

Keinesfalls darf eine Mütze fehlen. Auf keinen Fall sollte man auf eine Rund 40 Prozent der Wärme gehen über den Kopf verloren. Vielen hilft eine Thermosohle in den Laufschuhen gegen kalte Füße. Zudem sei gerade im Winter der richtige Einsatz von Funktionskleidung wichtig: „Von der Unterwäsche bis zur Windjacke sollten die Materialien den Schweiß nach außen leiten.“ Baumwolle sei dazu nicht geeignet.

Hat es einen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt, geht das Auskurieren vor. Richtig gefährlich könne es werden, die Erkältung auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wer einen grippalen Infekt nicht anständig auskuriert und zu früh wieder ins Training einsteigt, riskiert eine lebensgefährliche Herzmuskelentzündung.“ Das gelte auch, wenn man Medikamente gegen die Erkältung eingenommen hat. „Der Körper braucht Ruhe, bevor er sich wieder den guten Vorsätzen stellen darf.“