Unterstützung für die Autobahngegner

Der ehemalige Verkehrsminister Christoph Zöpel (2. v. li.) mit Vertretern der Initiative „Stoppt A 52“.
Der ehemalige Verkehrsminister Christoph Zöpel (2. v. li.) mit Vertretern der Initiative „Stoppt A 52“.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der ehemalige Landesverkehrsminister Christoph Zöpel ist gegen den Bau der A 52. Auf Einladung der Initiativen aus Essen, Bottrop und Gladbeck bereist er die geplante Trasse.

Bottrop..  Von einem Ausbau der Bundesstraße 224 zur Autobahn hält Christoph Zöpel nichts. Kein Wunder also, dass der ehemalige Landesverkehrsminister für die Autobahngegner der Initiative Stoppt-A-52 ein gefragter Gesprächspartner ist. Schon mehrfach war er in der Nachbarstadt Gladbeck und hat sich beim dortigen Bürgerforum gegen den Autobahnbau ausgesprochen.

Auch am Mittwochnachmittag war Gladbeck das Ziel seiner Tour. Auf Einladung der Bürgerinitiativen war der Ex-Minister auf der geplanten Autobahntrasse von Essen bis Gladbeck unterwegs. Da langte es in Bottrop nur zu einem kurzen Zwischenstopp und einem Wortwechsel mit den hiesigen Vertretern der Bürgerinitiative.

Im Gespräch erweckt Zöpel nicht den Eindruck, ein genereller Gegner von Autobahnen zu sein. Doch er stellt die Frage, ob zusätzliche Autobahnen in Ballungsräumen noch sinnvoll sind. Er meint „Nein“. Und aus dem Grund hält er die A 52 für überflüssig: „Ganz generell stehen wir vor der Frage, ob wir das gut ausgebaute Fernstraßennetz an wenigen Ecken noch perfektionieren. Doch der Preis dafür ist, dass wir Quartiere und Stadtviertel für Bauzeiten von zehn Jahren abkoppeln.“ Zöpel sieht die A 43 als eine geeignete, zentrale Nord-Süd-Achse im Revier. Zudem lösen Autobahnen nach Zöpels Ansicht keines der Zukunftsprobleme in Ballungsräumen. Für einen SPD-Mann und ehemaligen Landesminister sicher eine überraschende Position.

Und auch nach der Bauphase blieben Verlierer, sagt Norbert Porwol von der Bürgerinitiative und verweist auf Rudolf Lordick. Kommt die Autobahn, hat der Rentner direkt vor seinen Fenster eine Lärmschutzwand. „Ich habe dann kein Tageslicht mehr“, so Lordick.

Den Hang zum Perfektionismus im Straßenbau, das Ausbauen um jeden Preis und nach starren Regeln kritisiert Zöpel ebenfalls. Er schlägt vor, kurzfristig einen Radweg an der B 224 zu bauen. Manch einer, der sonst das Auto nutze, würde dann vielleicht aufs Rad umsteigen. Als generelle Alternative schwebt ihm der öffentliche Nahverkehr vor.

Anlass zur Tour Zöpels ist das Planfeststellungsverfahren für das Teilstück von der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck zur A 2. Die Pläne für das Autobahnstück liegen derzeit aus, bis zum 20. Februar können Bürger Einsprüche erheben.

Bereits 2009 wurden die Pläne für das Bottroper Teilstück ausgelegt. Damals wurden über 1000 Einsprüche erhoben, so Sigrun Rittrich, Sprecherin der Bezirksregierung Münster. Nach Ergänzungen der Verfahrensakten an einigen Stellen gingen weitere zahlreiche Einsprüche ein. Aktuell lägen die nun alle bei der Straßenbaubehörde, die dazu Stellung beziehen muss, so Rittrich. Bei der Bezirksregierung geht man davon aus, dass diese Stellungnahme zeitnah mit der Stellungnahme zu dem derzeit laufenden Verfahren in Gladbeck bei der Behörde eingehen werde.