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Unqualifizierte erhalten trotzdem eine Chance

09.10.2012 | 18:07 Uhr
Unqualifizierte erhalten trotzdem eine Chance
Die Träger von „Joblinge Ruhr“.Foto: Initiativkreis Ruhr

Bottrop. Jeder zweite Hauptschulabgänger ist ein Jahr nach Schulende noch ohne Ausbildungsplatz. Die Anforderungen der Wirtschaft steigen, während die Chancen für Geringqualifizierte auf dem Arbeitsmarkt weiter sinken. Dem möchte der Initiativkreis Ruhr zusammen mit der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) und weiteren namhaften Partnern über die neu gegründete „Joblinge gAG Ruhr“ entgegenwirken. Ab Januar können schwer vermittelbare Jugendliche gezielt in den ersten Ausbildungsmarkt vermittelt und integriert werden.

Das Programm

Das Programm richtet sich an Jugendliche, die nur einen sehr schlechten oder keinen Hauptschulabschluss vorweisen können. In sechs Monaten erarbeiten sie sich ihren Ausbildungsplatz selbst.

In dieser Zeit durchlaufen sie eine Orientierungsphase und erhalten Einblicke  in mehrere Berufsfelder hinein. Gleichzeitig erlernen die Teilnehmer wichtige soziale Kompetenzen, deren Fehlen gerade bei dieser Zielgruppe von Arbeitgebern oft bemängelt wird. In der Praxisphase werden die Jugendlichen anschließend auf den Arbeitsalltag vorbereitet und müssen sich im Arbeitsleben beweisen. Gelingt ihnen dies, erarbeiten sie sich einen Ausbildungsplatz und werden während der Ausbildung weiterhin durch das Joblinge-Team begleitet.

Die Joblinge gAG Ruhr folgt den Beispielen anderer Metropolen wie Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig oder München. Dort ist es gelungen, mehr als 60 Prozent der Teilnehmer nachhaltig in eine Ausbildung zu vermitteln. 90 Prozent von ihnen sind auch nach zwölf Monaten noch erfolgreich in ihrem Ausbildungsbetrieb beschäftigt.

„Wir geben jungen Menschen, die bislang keinen Anschluss an die Arbeitswelt gefunden haben, die Chance, ihr Können in der Praxis zu beweisen – jenseits von Frontalunterricht und klassischen Schulnoten“, erklärt Jens Baier, ehrenamtlicher Vorstand der Joblinge Ruhr und Partner bei der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group, die das Projekt 2007 gemeinsam mit der Eberhard von Kuenheim-Stiftung (BMW) entwickelt und ins Leben gerufen hat.

Dachorganisation steuert

Jeder Joblinge-Standort in Deutschland fungiert als gemeinnützige AG. Die Dachorganisation in München garantiert die Qualität und unterstützt sie mit überregionalen Dienstleistungen. Zudem steuert sie die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts und koordiniert das Wachstum der Initiative. Jan-Peter Nissen, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH, freut sich über die Gründung der Joblinge gAG Ruhr: „Mit diesem Modell, das sich bereits in anderen Städten und Regionen in Deutschland bewährt hat, leistet die Wirtschaft nun auch im Ruhrgebiet gemeinsam mit der öffentlichen Hand einen nachhaltigen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Von jeher war es die Aufgabe des Initiativkreises, das Ruhrgebiet zukunftsfähig zu machen. Mit diesem Schritt werden wir diesem Gründungsauftrag einmal mehr gerecht.“

Januar beginnt die Arbeit

Raphael Karrasch wird den Ruhr-Standort leiten. Er und sein vierköpfiges Team werden im Januar die Arbeit mit den Jugendlichen aufnehmen. Ihr Ziel ist es, innerhalb eines Jahres rund 60 bis 80 Jugendliche für eine Ausbildung fit zu machen und ihnen eine Ausbildungsstelle zu vermitteln.

Ein persönlicher Mentor begleitet jeden Jobling auf seinem Weg. Auf lokaler Ebene wird die Initiative von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) getragen, die das Programm vor Ort umsetzen. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Initiatoren, die Joblinge kontinuierlich weiterentwickeln und standortübergreifend koordinieren.

Für nähere Informationen: www.joblinge.de .



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