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Bottroper Tisch

Überschreitung unbedenklich

19.11.2010 | 17:57 Uhr
Überschreitung unbedenklich
Mit Lebensmitteln vom Bottroper Tisch versorgen sich wöchentlich einige Hundert Bottroper Nutzer. Foto:Schweizer

Bottrop. Die Verbraucher sind sehr empfindlich, wenn es um Lebensmittel geht, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist.

Auch aus diesem Grund kann der Bottroper Tisch, der vom Handel gespendete Lebensmittel verteilt, über Nachschub an Waren nicht klagen. Eine Überschreitung um wenige Tage hält der 32-jährige Bottroper (Name der Redaktion bekannt), der sich regelmäßig beim Bottroper Tisch mit Lebensmitteln versorgt, für unbedenklich. Aber bei drei Produkten war das MHD um 16 Tage sowie einen und zweieinhalb Monate überschritten: Bockwurst im Glas, MHD 30. August, Müllermilch,MHD 31. Oktober, und Käsebrunch, MHD 14. 10.

Dr. Almut Kraft, stellv. Fachbereichsleiterin des Lebensmittel-Überwachungsamtes, hat die drei Produkte zwar nicht untersucht. „Aber ich hätte kein Problem mit ihnen, was die Verkeimung angeht“, sagt sie. „Es ist davon auszugehen, dass diese Produkte noch zum Verzehr geeignet sind.“ Das MHD sei ein Datum, das der Produzent der Ware nach eigener Einschätzung angebe, und seine Aussagekraft sei im Gegensatz zum zwingend vorgeschriebenen Verbrauchsdatum bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln beschränkt. Beim verschlossen Bockwürstchen-Glas hätte sie keine Bedenken, Beim Milchprodukt empfiehlt Dr. Kraft eine sensorische Prüfung, also Riechen und Schmecken. Die Verantwortung für die Qualität der Ware trage aber der Tisch. Er sei gehalten, festzustellen, ob die Lebensmittel nach Ablauf wertgemindert oder nicht mehr zum Verzehr geeignet seien. Das sei vom Einzelfall abhängig.

Die Ausgabestelle an der Gladbecker Straße unterliege der Lebensmittelüberwachung, die letzte Kontrolle fand Mitte 2010 statt. „Oberste Priorität hat für uns der Verbraucherschutz, ohne Wenn und Aber“, betont Dr. Kraft. Bei einer Überprüfung 2009 seien Mängel in erster Linie am Gebäude festgestellt worden, weitere Kritikpunkte fanden die Kontrolleure beim nächsten Rundgang beseitigt.

Beim Bottroper Tisch habe der Hinweis auf die Überschreitung des MHD eine unfreundliche Reaktion ausgelöst, berichtet der 32-Jährige, und bei der folgenden Lebensmittel-Ausgabe sei er leer ausgegangen. Davon könne keine Rede sein, betont Friedhelm von Oepen, Geschäftsführer des Bottroper Tischs: Man habe sich entschlossen, diesem Abholer keine Waren mit MHD mehr zu geben, sondern nur noch Obst, Gemüse und Brot. Er weist auch darauf hin, dass der Bottroper sich die beanstandeten Produkte selbst aus dem Angebot ausgesucht habe.

Marie-Luise Schmand


Kommentare
24.11.2010
00:05
Überschreitung unbedenklich
von Susanne1 | #8

Sollen die Leute nur weil sie nicht so viel Geld haben abgelaufene Sachen essen?? Ich würde mir im Laden auch keine abgelaufenen Sachen holen den schließlich bezahlt man auch bei der Tafel für die Lebensmittel auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist. Eine Frechheit ist es auch nur weil man mal den Mund auf macht werden einen die lebensmittel gesperrt.

22.11.2010
11:05
Überschreitung unbedenklich
von Bottropia | #7

@ #3 :Ist in MüllerMilch denn überhaupt Milch drin? ;)

22.11.2010
10:18
Überschreitung unbedenklich
von Harry62 | #6

ich war selber schon mal bei der Tafel und wurde dort so reich beschenkt, das es mir gar nicht möglich war alle Produkte vor Ablauf des MHD oder Obst und Gemüse vor der Bildung von braunen Stellen und dergleichen zu verzehren. Trotzdem war alles weitgehend einwandfrei, und sollte doch mal etwas ungenießbares dabei sein kann ich es auch entsorgen. Und wenn ich mal was abschneiden muß ist das auch kein Problem. Es ist gut das es diese Einrichtung gibt und ich finde es recht unverschämt am geschenkten noch zu mäkeln. Wenn ich aufmerksam meine Schränke durchforste fällt mir auch immer wieder ein abgelaufenes Produkt in die Hände. Selbst erworben, wohlgemerkt. da reicht die sensorische Prüfung um es auf genussfähigkeit zu prüfen.

20.11.2010
20:48
Überschreitung unbedenklich
von K.winter | #5

Nicht gezwungen aber vielleicht kein andere möglichkeit. Ich hab aber auch schon von Leuten gehört, dass dort teuere Autos die Frauen mit gut gefüllten Lebensmitteltaschen abholen. Das sollte man auch unterbinden, denn wer ein teueres Auto fahren kann, dem sollte es nicht möglich sein von der Tafel die Lebensmittel zu bekommen.

20.11.2010
10:28
Überschreitung unbedenklich
von sommerloch | #4

Außerdem wird niemand gezwungen zur Tafel zu gehen!

20.11.2010
06:16
Überschreitung unbedenklich
von motorhead | #3

Eine Überschreitung von 16 Tagen bei einem Milchprodukt wie MüllerMilch finde ich aber auch sehr heftig. Falls dann noch beim Transport zur Tafel die Kühlkette nicht eingehalten würde...

Wer selbst einmal eine Lebensmittelvergiftung am eigenen Leib erlebt hat, macht einen großen Bogen um abgelaufene Produkte.

20.11.2010
03:16
Überschreitung unbedenklich
von k.winter | #2

Also ich würde mir persönlich auch keine Produkte im normlen Laden aussuchen die abgelaufen sind. Warum sollten dann die Tafelnutzer so etwas machen müssen?

20.11.2010
02:20
Überschreitung unbedenklich
von TheRealThomasS | #1

Ich denke auch, dass geringfügige Überschreitung des MHD kein Problem ist, solange die Verpackung unversehrt und die ggf. notwendige Kühlung eingehalten wurde, wobei sich Letzteres aber schwer nachprüfen lässt. Bleibt also wie im Bericht erwähnt nur die Methode aus der Vor-Internet-Zeit: Sensorische Prüfung.

Was also soll dieser Bericht bezwecken?
Darstellen, dass manche Tafelnutzer lebensfremde Choleriker sind?

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