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Trostloser Leerstand

23.01.2008 | 19:39 Uhr

Ebeler Bürger klagen über Eindruck der Verwahrlosung. Sie fordern Modernisierung und Neuvermietung.Evonik Wohnen GmbH setzt auf "sozialverträgliche Privatisierung". Die aber ist kurzfristig nicht realisierbar

Sorgen um "seinen" Stadtteil macht sich Günter Dohna. Das Ebeler "Urgestein" hat alles akribisch aufgelistet: In den alten Zechenhäusern der Siedlung stehen 43 Wohnungen leer. Zum Teil schon seit mehreren Jahren! Die hässlichen Folgen sind nicht zu übersehen: Nicht nur, dass die ungeputzten, gardinenlosen Fenster für Tristesse sorgen. Hinzu kommt, dass sich niemand um die Außenanlagen kümmert. Die verwilderten Gärten sind natürlich auch den Nachbarn der leerstehenden Wohnungen, die ihre Anlagen tadellos in Schuss halten, ein Dorn im Auge.

"Der ganze Stadtteil macht zunehmend einen verwahrlosten Eindruck", fürchtet Günter Dohna einen Verlust an Lebensqualität. Der 70-Jährige lebt seit 50 Jahren in Ebel ("Meine Frau ist sogar hier geboren"). Er ärgert sich darüber, dass die Evonik Wohnen GmbH, der Nachfolgerin der "RAG Immobilien", in deren Besitz die Häuser sind, den trostlosen Zustand scheinbar bewusst in Kauf nimmt. "Es gab und gibt ja Miet-Interessenten", so Dohna. Aber: "Die wollen ja nicht vermieten, sondern nur verkaufen."

Diesen Eindruck hat auch Sylvia Kusnik, die an der Ebelstraße 10 wohnt. Die Wohnung nebenan im selben Haus steht leer. "Bestimmt schon seit vier oder fünf Jahren", sagt sie. Das Schlimmste daran: "Da sich niemand um die Wohnung kümmert, wird es da feucht. Und die Feuchtigkeit zieht zu uns herüber", ärgert sich Sylivia Kusnik, die zudem über hohe Heizkosten klagt, da ja nebenan nicht geheizt würde. Aber wegziehen will sie dennoch nicht: "Ich bin um die Ecke geboren und lebe in dieser Wohnung schon seit 20 Jahren", sagt sie.

Die Modernisierung der Bestände in Ebel sei von Vertretern der RAG Immobilien noch im August 2007 in einer Sitzung des Planungsausschusses als vordringlich bezeichnet worden, wundert sich DKP-Fraktionsvorsitzender Michael Gerber, dass "bis heute nichts passiert ist".

Dem widerspricht Dr. Stephan Schmidt, Bereichsleiter Kommunikation bei Evonik Wohnen. In den vergangenen Jahren seien im Rahmen eines Geamtkonzeptes 91 Wohnungen modernisiert worden. Langfristig wolle man das Gefüge im Statdtteil durch einen "Mix aus unterschiedlichem Wohnraumangebot für unterschiedliche Zielgruppen" stabilisieren. Dazu gehöre neben dem Neubau von zehn Doppelhaushälften und 18 altengerechten Mietwohnungen im Bereich Hasslacher Straße/Mathias-Kirch-Weg auch die geplante Nachverdichtung im Innenbereich zwischen Schürmann- und Bergbaustraße, wo Eigenheime für junge Familien entstehen sollen.

Die derzeitigen Leerstände erklärt Schmidt mit der Fortführung der "sozialverträglichen Privatisierung des Wohnbestandes". Da nur ganze Haushälften verkauft werden könnten, in denen aber zumeist zwei Mietparteien wohnen würden, müssten immer beide Wohnungen freigezogen werden. Deshalb sei ein Verkauf oft nicht kurzfristig realisierbar. Man betreibe aber ein "aktives Umzugsmanagement", dessen Erfolge bereits sichtbar seien: Allein im Dezember und im Januar habe man sieben Häuser verkauft.

Von Peter Ocklenburg

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Kommentare
24.01.2008
09:27
Trostloser Leerstand
von Stefan Soppe | #1

Der Rat der Stadt Bottrop hält den Niedergang der Geschäftsstrukturen in keinste Weise auf. Im Gegenteil. Schaut man sich das gesamte Straßennetz Bottrops an, fragt man sich unweigerlich, dass sich die Bottroper Bevölkerung noch keine allradbetriebenen Geländewagen angeschafft haben, um überhaupt durch diese Stadt einzelnen Geschäften noch anfahren zu können. Wie schnell eine Straßensanierung von statten geht, sieht man an der Jahrhundertbaustelle Horsterstraße. Seid 3 Jahren wird gebuddelt , reteert und wieder aufgerissen und wieder zugeschüttet und dann wieder geteert.Das Beispiel Horsterstraße ist ein Synonym für alle baulichen Bemühungen des Stadt Bottrop. Natürlich merken das auch die Geschäftsleute durch stark nachlassende Besucherzahlen. Wer möchte schon in eine Stadt fahren, in der überall Baustellen, ein unakzeptabeler Straßenbelag und daher keine Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Parkplätze, die man noch benutzen kann, werden mit horrenden Parkplatzgebühren angeboten. Anstatt innovativ nun das Parken in ganz Bottrop kostenlos zu machen, um die gewerbliche Wirtschaft zu stärken, werden mehr Politessen eingestellt. Na ja, das sind also die Möglichkeiten unseres 1A Stadtratens, neue Geschäfte in die Stadt zu holen und die älteren Geschäfte zu festigen.
Einfach unmöglich.....
www.soppe-stefan.de
Stefan Soppe

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