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Trauriger Abend an der Arche Noah

17.01.2016 | 12:08 Uhr
Trauriger Abend an der Arche Noah
Pfarrerin Anne Hanhörster (m.) und Pfarrer Steffen Riesenberg nahmen den Vorschlag eines Runden Tisches seitens Susanne Kolodziejski zur Kenntnis.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Beim Jahresbegrüßungsfest setzten sich viele Besucher für die langjährige Leiterin ein. Emotionale Diskussionen mit Vertretern der evangelischen Kirche.

Warum hat die evangelische Kirche Susanne Kolodziejski versetzt, die langjährige Leiterin der Arche Noah? Diese Frage schwebte über dem Jahresbegrüßungsfest, zu dem der Förderverein der Einrichtung eingeladen hatte. Auch Susanne Kolodziejski war da und äußerte sich. Demnach habe die Kirche ihr gegenüber die Versetzung damit begründet, dass sie „eigenmächtig gehandelt“ habe und sich „nicht angemessen gegenüber Vorgesetzten verhalten habe“. Das habe sie aber nur schriftlich erfahren, persönlich habe mit ihr niemand über die Gründe gesprochen. Sie habe sich für Arbeitnehmerrechte ihrer Mitarbeiter eingesetzt, sagt sie. „Ich weiß, ich bin nicht immer bequem.“

Ein Gespräch habe man ihr aber trotz Nachfrage verweigert. Dagegen behauptet die Kirche, es habe Gespräche gegeben. Susanne Kolodziejski nutzte den Abend und erneuerte das Gesprächsangebot öffentlich – denn auch Pfarrerin Anne Hanhörster, die Vorsitzende des Presbyteriums, und der für die Jugend zuständige Pfarrer Steffen Riesenberg waren da, ebenso Presbyteriumsmitglied Udo Bärenfänger. Anne Hanhörster sicherte zu, dieses Gesprächsangebot in die Gremien einzubringen. Allerdings: Am Donnerstagabend hat bereits eine Sondersitzung des Presbyteriums stattgefunden. Dort hat man sich mehrheitlich hinter die Entscheidung des Geschäftsführers Volkhard Graf und des geschäftsführenden Ausschusses gestellt. Doch nicht alle Presbyter geben sich mit den Begründungen der Kirchenführung zufrieden.

Für die Vertreter am Freitag kein leichter Abend. Sie stellten sich den aufgewühlten Besuchern. Unter Tränen appellierte ein Junge an die Verantwortlichen der Kirche, ihre Entscheidung zu überdenken. Er reite seit vielen Jahren an der Arche Noah, inzwischen fühlten er und die anderen Kinder sich nicht mehr sicher, die Pferde würden nicht ausreichend bewegt Außerdem habe eine der neuen Mitarbeiter ein Pferd geschlagen, so der Vorwurf der Kinder. Diesen Vorwurf kenne man, darüber sei mit der Mitarbeiterin gesprochen worden, so die Antwort. Steffen Riesenberg versprach, sich noch einmal gesondert zu Gesprächen mit den Kindern zu treffen.

Für die Besucher und insbesondere die Kinder schwer zu akzeptieren: Die Kirche äußert sich nicht zu den Gründen der Versetzung. Es handele sich um ein schwebendes arbeitsrechtliches Verfahren. Ein Arbeitgeber könne sich dazu nicht äußern. Allerdings habe sich vor zwei Tagen erstmals ein Presbyteriumsmitglied bei ihr gemeldet, betonte Susanne Kolodziejski. „Darüber habe ich mich sehr gefreut.“ Gegenüber Anne Hanhörster schlug sie einen runden Tisch vor, um zu beraten, wie es mit der Einrichtung weiter geht. Denn: „Dass ihr mich nicht mehr wollt, das habe ich verstanden“, so die enttäuschte Feststellung. Im Gegenzug kam von Anne Hanhörster die Frage ob sie die Arche sei. „Nein, aber sie ist ein großer Teil meines Lebens.“ Und deshalb habe sie ja schon im Vorfeld mit der Kirche über eine Nachfolgelösung gesprochen, mit dem Ziel, sich selbst mehr zurück zu ziehen. Sie habe gedacht, man sei sich darüber einig gewesen, so die ehemalige Leiterin.

Frage nach einem Konzept

Anschließend zog sie sich zurück, stattdessen argumentierten Ehrenamtliche, Besucher, Unterstützer, aber auch ihr Ehemann mit den Presbyteriumsvertretern. Eine emotionale Runde, etwa bei der Frage, ob es ein Konzept für die Einrichtung gebe. Dazu konnten sich die Kirchenvertreter nicht klar äußern, schließlich gebe es ein gutes Konzept, inwieweit und in welche Richtung es Veränderungen gebe, sei noch gar nicht ausgemacht.

Matthias Düngelhoff

Kommentare
20.01.2016
14:08
Trauriger Abend an der Arche Noah
von brzlbip | #3

Ich kann es nicht mehr lesen! Hoffentlich wird auch über personelle Entscheidungen bei der Stadtverwaltung, bei Brabus, bei MC Bauchemie, bei Edeka...
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2016-01-17 12:08
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