Trainer schulen künftige „Besuchshunde“

„Es muss allen gut gehen“, sagte Jan Jörgensmann auf dem Rotthoffs Hof. Um das Wohlbefinden zu fördern, trafen sich die Teilnehmer der neuen Seminarserie zur Hundevisite mit ihren Vierbeinern zu einem Spaziergang. Der Besuchshunde-Dienst bietet neben Suchhundestaffeln und dem Agility-Bereich ein besonderes Arbeitsfeld für Mensch und Hund. Dabei sollen die Teams zum Beispiel im Altenheim oder in Häusern mit behinderten Bewohnern für Spaß und Abwechslung sorgen.

Das Angebot sei eine „optimale Verbindung“, meinte Jörgensmann, der das Seminar mit seiner Kollegin Sabine Ridderskamp (beide arbeiten bei der Diakonie) und dem Hundetrainer Hannes Tönsing leitete. Die Kurse bietet der Rotthoffs Hof an, der vom Diakonischen Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten getragen wird.

Mit Tönsings theoretischem Unterricht begann das Seminar. „Wie lese ich den Hund und wie liest der Hund den Menschen?“, um diese Fragen sei es vor allem gegangen, erinnerte sich Annette Lagies. Mit ihrer 17-jährigen Hundedame Penny nahm die Oberhausenerin an der Reihe teil. „Ganz lieb und ganz fit“ sei der Hund trotz seines hohen Alters, erklärte sie. „Gucken, wo sie reinpasst“, darum gehe es auch bei dem Spaziergang, bei dem sich die Hunde erstmals beschnuppern und kennen lernen sollten. Und Tests gehörten dazu: So reagierten die Tiere ganz gelassen, als Jörgensmann mit einem Rollator an ihnen vorbeiging.

Im Gegensatz zur ruhigen Penny („sie hatte früher viel Angst“) stürmte der junge Australien Shepherd Sammy auf alle neuen Besucher los. Der eineinhalb-jährige Rüde gehorchte seiner Besitzerin Silvia Drost aber aufs Wort. Der Hund sei „eher lebhaft“ meinte sie und daher für einen Besuch im Seniorenheim vermutlich weniger geeignet. Die Prüfung durch Hundetrainer Tönsing soll klären, wo die Teams aus Mensch und Hund am besten zum Einsatz kommen können.

„Das Eis bricht“, beschrieb Jörgensmann die positiven Effekte, die ein Hund auslösen kann. Beispiel Demenz: Der Kranke habe bei seinem Anblick ein Thema und erinnere sich: „Wir hatten auch mal einen Hund“, nannte er einen möglichen Fall. Dabei bringen sich die beiden Diakonie-Mitarbeiter, selber Hundehalter, ebenso ehrenamtlich ein wie die Seminar-Teilnehmer.

Jährlich gebe es die Kurse, erklärte er. 2012 wurden die ersten Teams geschult. Bis zu zwölf Teams waren schon dabei, aber zu groß solle die Gruppe nicht werden. Zum Abschluss des Seminares wird es am 16. Mai einem spielerischen Test geben.