Top im Türkisch-Unterricht
06.02.2012 | 16:33 Uhr 2012-02-06T16:33:00+0100
Bottrop. Sieben Schüler der Hauptschule Welheim erhalten das Sprachzertifikat „Tömer“ der Universität Ankara. Vom Türkisch-Unterricht profitiert auch Deutsch, meinen die Lehrer.
„Aferin!“ Gut gemacht! Stolz halten sieben Schüler der Hauptschule Welheim das türkische Sprachzertifikat „Tömer“ der Universität Ankara in der Hand. Dieses bescheinigt ihnen, dass sie die Aufgaben zu Hörverständnis, Leseverständnis und schriftlichem Ausdruck gemeistert haben, die der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen in ihrem Unterrichtsniveau vorsieht.
Seit dem Schuljahr 2011/12 können weiterführende Schulen in NRW die Prüfungen für Türkisch in den Stufen A1 (Anfänger) bis C1 (hohes sprachliches Niveau) absolvieren. Die Welheimer Hauptschule gehört zu den ersten Einrichtungen, die sich an diesem Pilotprojekt beteiligt haben. „Wir unterrichten schon seit vielen Jahren Türkisch als zweite Fremdsprache“, betont Rektorin Elke Rosner. „Umso mehr freuen wir uns, dass nun ein staatliches Zertifikat unseren Schülern diese Zusatzqualifikation bescheinigt.“
Rund 60 Sechst- bis Neunklässler pauken momentan an der Hauptschule Türkisch. Die meisten von ihnen stammen aus türkischsprachigen Familien, doch auch Kinder mit pakistanischem, libanesischem und serbischem Hintergrund sitzen im Unterricht. Deutsche Schüler konnten sich bisher nicht für Türkisch erwärmen, bedauert Rosner. „Gerade bei Fünft- und Sechstklässlern herrscht großer Förderbedarf, was Sprache angeht“, erklärt sie. „Viele Schüler sind dann mit Englisch als erste Fremdsprache schon ausgelastet.“
Auch Kinder türkischstämmiger Eltern kämen mit teils erheblichen Defiziten in seinen Unterricht, erzählt Türkischlehrer Mehmet Yilderim. „Viele wachsen bilingual auf und sprechen einen Mischmasch aus Türkisch und Deutsch“, so der Pädagoge. Vor allem im schriftlichen Ausdruck hapere es. „Erschwerend hinzu kommt, dass die Dialekte in den unterschiedlichen Regionen der Türkei sich zum Teil stark voneinander unterscheiden“, fügt Yilderim hinzu.
Dass die Förderung von Türkisch zulasten von Deutsch gehen könnte, hält Elke Rosner für unwahrscheinlich: „Jede Auseinandersetzung mit Sprache führt zu einem besseren Verständnis von sprachlichen Strukturen“, argumentiert sie. „Daher profitieren Deutsch und Türkisch im Unterricht voneinander.“
Die Sprachzertifikate der Universität Ankara sieht sie als Türöffner für den späteren Berufseinstieg: „Bei vielen Ausbildungsplätzen von Arzthelfer bis zum Friseur ist es hilfreich, wenn man Türkisch spricht“, ist sie überzeugt.
19:06
"Deutsche Schüler konnten sich bisher nicht für Türkisch erwärmen" - wundert mich nicht.
"Dass die Förderung von Türkisch zulasten von Deutsch gehen könnte, hält Elke Rosner für unwahrscheinlich" - bleibt aber den Nachweis dafür schuldig.
Halten wir also fest, dass hier Geld in ein Projekt fliesst, das keinen Nutzen für deutsche Schüler hat und unklaren Einfluss auf das Erlernen der deutschen Sprache, denn natürlich sind die sprachlichen Ressourcen der Schüler nicht unbegrenzt.