THW-Mann aus Bottrop half Flüchtlingen im Nordirak

Der Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes zeichnet Wolf Nitsche für seinen Auslandseinsatzes im Nordirak und fünf weitere verdiente THW-Mitglieder aus.
Der Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes zeichnet Wolf Nitsche für seinen Auslandseinsatzes im Nordirak und fünf weitere verdiente THW-Mitglieder aus.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die besonderen Kenntnisse von Wolf Nitsche waren im Krisengebiet gefragt. Nun wurde er in Bottrop für seinen Einsatz ausgezeichnet.

Bottrop..  Es gehört einiges dazu, einen Großteil seiner Freizeit für die Gute Sache zu opfern. Zumal es beim Technischen Hilfswerk nicht immer nur schön zugeht: Ob bei Überschwemmungen, Unfällen oder auch den Sturmschäden im vergangenen Jahr, die Frauen und Männer in Blau sind zumeist im Einsatz, wenn andere Menschen in Not geraten sind.

Den Bottroper Wolf Nitsche hat sein Engagement bis in die Stadt Erbil im Nordirak geführt, in der er im letzten Winter die Planungen und den Aufbau von Flüchtlingscamps unterstützte.

Für Nitsche, der im Hauptberuf in der Regional- und Stadtplanung tätig ist, war die Teilnahme an diesem Einsatz und die damit verbundene Möglichkeit, den Menschen vor Ort zu helfen, selbstverständlich. „Man wird beim THW immer nach Fähigkeiten sortiert und in einer Auslandsdatenbank geführt. Als ich gefragt wurde, habe ich direkt zugesagt.“

Vorbereitungen

Ein wenig Zeit, um vorher alles Notwendige zu regeln, blieb dem Städteplaner dann aber doch noch. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk gewährte Nitsche rund einen Monat Vorlaufzeit. „Ich habe erst einmal alles Nötige geklärt. Mein Arbeitgeber stellte mich für die Zeit im Irak frei. Natürlich habe ich mit der Familie gesprochen.“

Nitsche durchlief ein Sicherheitstraining. Angesprochen auf die Gefährdungslage bei einem solchen Einsatz erzählt der Bottroper, dass er eigentlich zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt hätte. „Natürlich ist der Irak ein Kriegsgebiet, aber die Camps stehen ja auf eher sicherem Terrain.“ Neben einem vorherigen Verhaltenstraining hätten vor allem die von der Einsatzleitung festgelegten Bewegungs- und Tagesabläufe eine zusätzliche Sicherheit gegeben: „Es ist nicht so, wie man sich das nach den bekannten Fernsehbildern vorstellt. Überfälle und Entführungen kommen dort zwar vor, aber sie passieren meistens, wenn Menschen im Irak auf eigene Faust unterwegs sind.“

Im Land angekommen, sei es vorrangig um seine Hilfstätigkeiten gegangen. Die waren gefragt bei der Errichtung von Einheiten zur Versorgung mit Frischwasser und der Entsorgung von Abwasser. Außerdem waren Nitsches Kenntnisse beim Aufbau von Container-Schulen von Nutzen.

Neben ihm wurden jetzt die langjährigen THW-Mitglieder Stephan Musiol, Stefan Georgi, Martin Mendler, Franz-Marco Tkaczik sowie Thomas Retschke für ihren persönlichen Einsatz und ihre besonderen Verdienste geehrt (siehe auch Info-Box).