Bottrop

Theater macht Bottroper Schüler stark gegen Mobbing

Die Projektmitarbeiter von „Spotlight - Theater gegen Mobbing“ präsentieren den Schülern ihr Bühnenstück.
Die Projektmitarbeiter von „Spotlight - Theater gegen Mobbing“ präsentieren den Schülern ihr Bühnenstück.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Soziale Netze und Smartphones bieten eine neue Ebene für Konflikte. Theater- und Rollenspiele sollen das Bewusstsein der Schüler stärken.

Bottrop.  Es fängt manchmal mit harmlosen Hänseleien an und kann am Ende dramatische Folgen haben - trotzdem wird Mobbing an Schulen nicht immer von den Lehrern entdeckt. Mit einem Aktionstag zum Thema versucht das Heinrich-Heine-Gymnasium deshalb die Schüler der siebten Jahrgangsstufe für das Thema zu sensibilisieren und über die Folgen aufzuklären.

Vor allem die starke Verbreitung von Smartphones und Sozialen Netzwerken hat in den letzten Jahren die Möglichkeiten für Mobbing stark erweitert. Dabei ist das Fertigmachen von Einzelpersonen durch eine Gruppe keine Neuerscheinung: „Auch 1950 gab es Mobbing in den Schulen,“ erklärt Spotlight-Projektleiterin Annette Michels, die aber auch ergänzt: „Aber die Ebene, auf der das Mobbing stattfindet, hat sich vor allem enorm in Richtung des Internets verschoben.“ Auch deshalb sei eine präventive Arbeit an den Schulen besonders wichtig. Das hat man auch am Heinrich-Heine-Gymnasium erkannt: „Für uns Lehrer ist es häufig schwer, verdeckte Konflikte neben dem Unterrichtsgeschehen zu erkennen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Tobias Mattheis. Eine dauerhafte Überwachung der Schüler wäre weder möglich noch gewollt, häufig verlagere sich das Mobbing auch in die Freizeit. Dazu fehle häufig auch ein geeigneter Ansprechpartner: „Die Schüler wollen sich oft gar nicht ihren Lehrern anvertrauen. Da ist dann im Hinterkopf verankert, dass die selbe Person eben später auch wieder benoten und bewerten muss“, so der Pädagoge. Auch deshalb hat er mit seinen Kollegen den vom Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung, kurz ASB, getragenen Aktionstag „Spotlight“ an die Schule geholt. Das Projekt ist ein Baustein der Aktion „miteinanderN“, die nicht nur Schwerpunkttage zum Thema Mobbing, sondern auch zur Vandalismus- und Gewaltprävention an Schulen veranstaltet.

Im Rahmen von Spotlight kommen mehrere Sozialpädagogen an die Schulen, auch ein Psychologe gehört zum Team. Während des Projekts werden dann in den Klassen verschiedene Rollenspiele durchgeführt, auch Gesprächsrunden, getrennt nach Geschlechtern, werden angeboten. Umrahmt wird das Programm von einem gemeinsamen Theaterstück.

„Wir erreichen die Kinder und Jugendlichen auf einer ganz anderen Ebene“, erklärt Anette Michels. Durch die lockere Atmosphäre würden viele Konflikte offen angesprochen, die sonst verborgen blieben. Das bestätigt auch Tobias Mattheis: „An uns Lehrer werden nach einem Aktionstag viel mehr Konflikte herangetragen, auch die Bereitschaft über Probleme zu sprechen steigt dann deutlich an.“