Tempo 30 und Parkplatzabbau in Bottrop umstritten

Tempo 30 auf Hauptstraßen - wie im neuen Verkehrskonzept vorgesehen - ist umstritten.
Tempo 30 auf Hauptstraßen - wie im neuen Verkehrskonzept vorgesehen - ist umstritten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stadtplaner haben keine freie Bahn. SPD und CDU behalten sich die Entscheidung über jede einzelne Maßnahme des neuen Verkehrskonzeptes vor.

Bottrop..  Die Stadtverwaltung bekommt für ihr neues Verkehrskonzept, mit dem sie den Kraftfahrzeugverkehr bremsen will, um das Stadtklima zu verbessern, keine freie Bahn. So wollen SPD und CDU kein grünes Licht für den Maßnahmenkatalog geben, den Gutachter dafür vorgelegt haben.

Wie berichtet, sieht der Katalog vor, die Grünen Welle für Autos zu verlangsamen und Tempo 30 auf Hauptstraßen wie zum Beispiel der Osterfelder Straße, Horster Straße, auf dem Innenstadtring, Im Fuhlenbrock, Lindhorststraße, Birkenstraße, Nordring, Scharnhölzstraße vor. In der Innenstadt soll die Anzahl der Parkplätze verringert werden.

Auf den Prüfstand

„Kontraproduktiv“, nannte SPD-Fraktionschef Thomas Göddertz die Pläne. Sie führten zu Verkehrsbehinderungen und Staus sowie einem Anstieg der Schadstoffbelastung, befürchtet er. Mit Blick auf den Abbau von Parkplätzen in der City meinte der Ratsherr: „So treiben wir die letzten Mohikaner, die noch in Bottrop einkaufen, ins Centro nach Oberhausen“, sagte Göddertz. Auch die SPD behält sich daher ausdrücklich vor, jede einzelne Maßnahme aus dem Verkehrskonzept auf den Prüfstand zu stellen, wenn diese anstehe.

In der City genügend Stellplätze?

Daran änderten auch die Hinweise Verkehrsplaners Stephan Krug nichts, dass gut 70 Prozent des Kraftfahrzeugverkehrs innerstädtisch auf kurzen Strecken entstehe. Solche kurzen Wege könne man aber gut auch mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß erledigen. Und: In der City gebe es genügend Stellplätze. „Auch die Parkhäuser zählen da ja mit“, sagte der Ingenieur.

Dennoch: Ohne das Okay des Rates geht auch im Einzelfall nichts. Genau das hatte die CDU früh gefordert. Schon ihre Bezirksvertreter in Kirchhellen sprachen sich dagegen aus, der Verwaltung bei der Umsetzung des Verkehrskonzeptes freie Bahn zu geben. „Jede einzelne Maßnahme soll vorher politisch entschieden werden“, bekräftigte CDU-Fraktionschef Hermann Hirschfelder ausdrücklich.