Tankstelle für die Wasserstoff-Autobahn
11.11.2009 | 17:52 Uhr 2009-11-11T17:52:00+0100
Bottrop. Die Landesregierung fördert das Forschungsprojekt der Emschengenossenschaft an der Kläranlage in der Welheimer Mark.
Die Tankstelle steht schon da. Die kleinen Wasserstoffbusse, die durch Bottrop fahren, holen sich hier Treibstoff. Noch versorgt sie der Tankwart mit konventionellem Wasserstoff. Irgendwann aber sollen sie den grünen Wasserstoff tanken, den die Emschergenossenschaft aus dem Schlamm in ihrer Kläranlage gewinnt.
Ausgerechnet am Elften im Elften schaute Wirtschaftsministerin Christa Thoben in der Welheimer Mark vorbei, um sich davon zu überzeugen, was aus der so verrückt klingenden Idee geworden ist. Außer guter Laune brachte sie auch Geld mit. Denn das Vorhaben der Emschergenossenschaft ist ja keine Narretei. Rund 950 000 Euro lässt es sich das Land daher kosten, dass der größte deutsche Kläranlagen-Betreiber die Nutzbarkeit von Klärschlamm erforscht.
Die Emschergenossenschaft will ihre Anlage, mit der sie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus dem Faulgas zunächst Erdgas und dann auch Wasserstoff gewinnt, weiter verbessern. Ihr kommt es darauf an, die Reinheitsgrade des so erzeugten Wasserstoffes zu erforschen. „Die Technologie ist so neu, dass wir nicht auf Erfahrungen anderer zurückgreifen können”, erklärte Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.
Das grüne Erdgas, zu dem das Unternehmen einen kleinen Teil des Faulgases veredelt, setzt es als Treibstoff für zurzeit sechs seiner Fahrzeuge ein. „Demnächst sollen es 20 Fahrzeuge sein”, sagte Stemplewski, „und dann hoffentlich auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge”. Der Wasserstoff wiederum werde in einem Blockheizkraftwerk in Wärme und Strom für das Schulzentrum in der Welheimer Mark umgewandelt. Seit gut einem Jahr funktioniere das auf sehr zuverlässige Weise.
„Das ist ein Projekt, das für die Zukunft unseres Landes steht”, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben. „Das macht einfach Spaß, daraus etwas zu machen”, begründete sie ihr Engagement für das Vorhaben. Die Emschergenossenschaft leiste einen Beitrag, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne: Sie gewinne aus industriellen Belastungen Rohstoffe.
21:58
H2O- Kopf bei denen die dabei stehen, nicht zu der Technik selber die ist gut.