Sympathische Gruppe auf Durchreise
15.02.2010 | 15:28 Uhr 2010-02-15T15:28:00+0100
Bottrop . Bottrop, die Gospel-Hochburg, hatte einmal mehr hohen Besuch in diesem Genre: Zu Gast waren bei tiefwinterlichen Bedingungen in der Batenbrocker St. Joseph-Kirche „The Very Best of Black Gospel“.
Das Ensemble aus den USA, seit November auf Deutschland-Tournee, forderte zu Beginn das große Auditorium auf, „Spaß zu haben“ und „ganz entspannt“ zu sein. Dem mitreißenden Schwung der Swing-Singers vom amerikanischen Kontinent konnte sich kaum einer entziehen. Man klatschte, stampfte mit den Füßen, sang mit, schwenkte mit den Armen, tanzte. Das Konzert wurde zum großen Gemeinschafts-Song.
Gregory M. Kelly, Dorrey Lyles, Natalie Wilson, Keisha Whitney, Ron Jackson, Steven Spradley, Lerato Sebele, Darnita Hassel und Justin Lesley sparten nicht mit Komplimenten. Sie fühlten sich wohl in dieser „beautiful city“ - Bottrop war dennoch nur eine Durchgangsstation für die Gruppe, die sich in der Tat aus Spitzenkräften dieser Sparte zusammen setzt. Das hörte man schnell im mitreißenden, jazzigen, souligen Gesang - und in den glänzend einstudierten Arrangements.
Denn Hits und Klassiker wie „Oh when the Saints“ , „We shall overcome“, „Nobody knows“, „Amazing grace“ oder „Michael rows the boat“ u.a. klangen aufregend neu und inspirierend anders. Die musikalische Seite besaß Rasse und Klasse. Die Einschränkung allerdings bei diesem Auftritt: Die Mischungsverhältnisse bei vielen Titeln zwischen Percussion, Keyboard und Chor waren nicht optimal ausgesteuert. So ergaben sich schon einige Male heftige, ins nur noch Laute gesteigerte Klangballungen.
Aber was waren das für Stimmen! Eigentlich trat „The Very Best of Black Gospel“ mit drei Instrumentalisten (zwei am Schlagzeug, einer am Keyboard) und sechs auch solistisch geschulten Chormitgliedern auf. Doch schnell änderte sich die Formation. Bis zum a-cappella-Gesang ohne Instrumente reichte die Bandbreite dieser exzellenten Gruppe, die mit ganzem, tänzerischem Körpereinsatz bei der eigentlich religiösen Sache war. Und man riss die Hörerschaft mit. Es dauerte gerade einmal 15 Minuten, da hatten die Black Gospel-Gäste ihr Publikum im Mitmach-Griff.
Eine biblische Lektion um Moses und Co. verpackt in eine virtuose Licht-Klang-Show im Altarraum: Die Kirche wurde zum Gospel-Ort, der bei aller musikalischen Hingabe auch den Friedens- und Toleranzappell nicht vergaß. Bei „We shall overcome“, dem Traum der 60-er Jahre von der großen Menscheneinheit, wurde die neunköpfige Schar ernst und puristisch.
Man sollte diese sympathische Spitzen-Gruppe einmal zur traditionellen Gospel-Nacht einladen. Sie wäre eine Bereicherung für die Bottroper Fans dieses kommunikativen Ressorts.
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