Student will Energiewende gestalten

Frederik Geissler studiert an der HRW „Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme“ und jobbt daneben in der Bibliothek.
Frederik Geissler studiert an der HRW „Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme“ und jobbt daneben in der Bibliothek.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Frederik Geissler hat in Bottrop den Schwerpunkt Energiesysteme belegt. In Deutschland gibt es diesen Studiengang nicht besonders häufig.

Bottrop..  Frederik Geissler weiß schon genau, was er will: Er möchte die Energiewende mitgestalten. „Ich möchte ein kleines Stück dazu beizutragen, dass wir die Probleme, die wir haben und noch bekommen werden, beheben können“, schildert der 23-Jährige Student seine Vision. Seit drei Jahren studiert er an der Hochschule Ruhr West den Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme“.

Am liebsten in die Forschung

Dass die Wahl des gebürtigen Velberters auf den Campus Bottrop fiel, hat einen einfachen Grund: „Die Energie-Schiene, die hier gefahren wird, gibt es in Deutschland nicht sehr oft“, sagt der junge Mann. Nach dem Studium möchte er am liebsten in die Forschung gehen, „Sachen weiterentwickeln“. Dabei sieht der Student seine berufliche Zukunft jedoch eher in der Wirtschaft als an einer Hochschule. „Als Wirtschaftsingenieur ist man Bindeglied zwischen der kaufmännischen und der technischen Seite, sorgt für den Austausch untereinander“, erklärt Frederik Geissler.

Bevor es aber ernst wird, mit dem Start in den Job, stehen an der Hochschule Ruhr West noch die Praxisphase und die Bachelorarbeit an. Sein Praxissemester will der 23-Jährige, der im Moment zusätzlich als studentische Hilfskraft in der Bibliothek ein wenig Geld dazu verdient, im Ausland verbringen.

Ausland reizt ihn schon lange

„Das reizt mich schon lange“. Bereits während seiner Schulzeit war er für anderthalb Jahre in den USA, jetzt zieht es ihn wieder in die Ferne. Gut findet er, dass er dabei von der Hochschule unterstützt wird und dass gegebenenfalls auch eine finanzielle Förderung eines solchen Auslandsaufenthaltes möglich ist. Als Anlaufstelle bei der HRW empfiehlt Frederik Geissler allen Mitstudierenden das International Office. „Ich finde es eigentlich schade, dass so wenige die Möglichkeit ins Ausland zu gehen wahrnehmen, gerade in meinem Studiengang“.

Mit Auslandserfahrung, so hofft er, wird er sich später von den anderen Bewerbern um einen Job abheben. „Gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien expandieren viele Firmen“, sagt der Student und weiß: „Reisebereitschaft wird verlangt.“

Frederik Geissler pendelt nach Bottrop

Kleinen Reisen kamen zunächst auch seine Fahrten zur HRW und zurück gleich – von Velbert aus pendelte Frederik Geissler zunächst nach Bottrop zur Übergangsunterkunft der erst 2009 gegründeten Hochschule an der Tannenstraße, brauchte für eine Strecke über eine Stunde. Dann zog er nach Essen, und jetzt ist er mit dem Bus in 20 Minuten am Hochschul-Neubau an der Lützowstraße. Wäre er nach Bottrop gezogen, ging’s vielleicht noch schneller. . .

„Mein Freundeskreis ist in Essen, außerdem hat die größere Stadt zum Leben mehr zu bieten“, findet der 23-Jährige, der in unmittelbarer Nähe der Uni Essen-Duisburg mit ihren insgesamt 40 000 Studierenden wohnt – „das ist schon eine andere Atmosphäre als hier“. Wobei er andererseits seine Hochschule niemals nach dem Studentenleben dort auswählen würde. Auch das Provisorium an der Tannenstraße – schulartig, ohne Mensa – nahm er anfangs gern in Kauf. Denn: „Das, was die Hochschule mir gibt, das Wissen und der Abschluss – das ist mehr wert als jeder Spaß und jede Unterhaltung.“