Stenkhoffbad mobilisiert die Bürger

Ein Plakat und die entsprechenden T-Shirts sollten der Forderung der Bürgerinitiative bei der Übergabe der Unterschriften Nachdruck verleihen
Ein Plakat und die entsprechenden T-Shirts sollten der Forderung der Bürgerinitiative bei der Übergabe der Unterschriften Nachdruck verleihen
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Mehr als 15 000 Unterschriften überreicht die Initiative zur Rettung des Freibades an Oberbürgermeister Tischler. Die Vorbereitungen für ein Bürgerbegehren laufen, denn ohne wird das Bad wohl nicht zu retten sein, fürchtet die Initiative.

Zwei prall gefüllte Aktenordner trugen die Mitglieder der Bürgerinitiative zur Rettung des Stenkhoffbades unter den Armen. Der Inhalt: die Listen mit den Unterschriften all derer, die sich für den Erhalt des Bades einsetzen. 15 432 Unterschriften – diese Zahl hielten sie begeistert in die Kameras der Fotografen, diese Zahl pappt auch auf den Ordnerdeckeln. Gestern trafen sich Vertreter der Initiative mit Oberbürgermeister Bernd Tischer im Rathaus, um ihm die Unterschriften zu überreichen.

Ein Signal an den Rat der Stadt

DKP-Ratsherr Michael Gerber, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative, nannte die Unterschriftensammlung ein „eindrucksvolles Signal.“ Gleichzeitig urteilte er: „Es ist eine Enttäuschung, dass sich der Hauptausschuss von diesen Unterschriften nicht überzeugen ließ.“ Zur Erinnerung: In der Sitzung am Dienstag hatten die Mitglieder des Hauptausschusses beschlossen, den Zuschuss in Höhe von 190 000 Euro für das Bottroper Freibad zu streichen. Gleichzeitig ließen die Vertreter ein Schlupfloch offen: Sollten die 190 000 Euro auf andere Weise aufgebracht werden, etwa durch einen Förderverein, Vereine oder Sponsoren, bleibe das Bad erhalten. Daran erinnerte auch Oberbürgermeister Bernd Tischler die Vertreter der Initiative. Der Beschluss des Hauptausschusses sei noch nicht das Aus für das Stenkhoffbad.

Wolfgang Beyer forderte, dass die Stadt als Träger des Bades in der Verantwortung bleiben müsse. Seinen Vorwurf, die Stadt spare auf Kosten der Kinder und Jugendlichen, wies der Oberbürgermeister zurück. Es gehe bei den Sparanstrengungen eben darum, den Kindern keinen Schuldenberg zu hinterlassen. Auch den Einwand, dass die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen könnten, immer weiter ansteige, ließ Tischler nicht gelten. Er verwies auf die Bottroper Hallenbäder und die Verantwortung der Schulen, diese für den Schwimmunterricht zu nutzen. Michael Gerber machte noch einmal deutlich, dass die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren anstrebt, sollte der Rat in seiner Sitzung am Dienstag die Streichung des Zuschusses beschließen. „Das ist die letzte Chance des Rates, das Bürgerbegehren zu verhindern.“

Bianka Kolbinger von der Bürgerinitiative fürchtet jedenfalls schon jetzt, dass sich der Rat von den Unterschriften nicht beeindrucken lassen wird. „Es ist ein Zeichen, wir wollen die Politiker auffordern, sich einen Ruck zu geben. Aber letztlich glaube ich, dass es das Bürgerbegehren braucht. Die Ampeln dafür stehen auf Grün.“