Stadtspitzen aus Bottrop und Gladbeck im Radel-Fieber

OB Bernd Tischler (vorne links) und Bürgermeister Ulrich Roland (rechts) starteten mit etwa 80 Teilnehmern. Mitmachen durfte jeder.Foto:Winfried Labus
OB Bernd Tischler (vorne links) und Bürgermeister Ulrich Roland (rechts) starteten mit etwa 80 Teilnehmern. Mitmachen durfte jeder.Foto:Winfried Labus
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
OB Bernd Tischler ging mit Amtskollegen Ulrich Roland aus Gladbeck und Hobby-Radfahrern auf „Bürgermeistertour“. Aktion im Rahmen des Stadtradelns

Bottrop/Gladbeck.. Oberbürgermeister Bernd Tischler ist bekannt als Sportsmann: Rund fünfmal die Woche schnürt er seine Laufschuhe. Mit Sport ein Zeichen für die Umwelt setzten – das klingt nach einer Aktion ganz nach dem Geschmack des routinierten Marathonläufers. Gemeinsam mit seinem Gladbecker Amtskollegen Ulrich Roland und rund 80 weiteren Radfahrern aus Gladbeck und Bottrop ging Tischler auf eine 30 Kilometer lange Radtour. Mitmachen konnte jeder.

Die „Bürgermeistertour“, geplant von den Stadtradeln-Organisatoren, begann für Bottroper und Gladbecker getrennt, die Gruppen starteten jeweils vor ihren Rathäusern. Aufeinander trafen sie an der Kreuzung Rolandstraße/Wilhelm-Tell-Straße bei der A2. Gemeinsam rollten die Räder dann Richtung Grafenwald bis zum Heidhof.

Radfahren schont Gelenke

Zeit für solche Touren hat Tischler selten – sein Marathontraining nimmt ihm fast all seine Freizeit. „Ich erledige meist nur kleinere Besorgungen mit dem Fahrrad oder fahre unseren Hund spazieren“, erzählt er. Dabei sei er „oft verblüfft“ wie schnell man eigentlich sei. „Gerade in der Stadt ist man oft zügiger am Ziel als mit dem Auto.“

Wenn er denn könnte, so Tischler, würde er mit dem Rad zur Arbeit kommen – nur ließen das die vielen Außentermine kaum zu. Sollte Tischler – der am 1. Juni 56 Jahre alt wird – also mal über eine Reduzierung seiner Laufkilometer nachdenken, wäre das Radfahren für ihn der optimale Ersatz. „Es ist ja auch viel gelenkschonender.“ Auch Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland – nicht minder ein Sportler – verrät, dass er sich deshalb oft aufs Rad schwingt, weil er Rücksicht auf seinen Körper nehmen möchte.

Dennoch ist das Extreme nicht aus dem früheren Profi-Leichtathleten herauszubekommen: „2010 habe ich angefangen, Gladbecks Partnerstädte mit dem Rad anzufahren“, so Roland. Er war im polnischen Wodzislaw oder französischen Marcq-en-Baroeul. Weit weg müsse man aber nicht, um tolle Radwege zu finden. „Wir leben in einem Ballungsraum, aber in wenigen Kilometern ist man im Grünen“, so Roland. Er und Tischler sind sich einig: „Da gibt es keinen Grund, nicht sportlich aktiv zu sein.“

Erzieherinnen waren auch vor Ort

Neben Ratsmitgliedern und Hobby-Radfahrern nahmen auch streikende Erzieherinnen an der Tour teil, um mit Tischler ins Gespräch zu kommen. Zwar sitzt der OB nicht direkt am Verhandlungstisch, wenn sich die Arbeitgeber heute mit Verdi zu Verhandlungen treffen. Dennoch hoffen die Streikenden, dass er als Mitglied des Kommunalen Arbeitgeberverbands Einfluss auf die Gespräche nehmen kann. „Herr Tischler hofft auch, dass sich etwas tut“, hieß es aus der Gruppe.

Stadtradler rollen in diesem Jahr auf Rekord

Bisher haben die aktiven Stadtradler in Bottrop knapp über 62 000 Kilometer zurück gelegt. Carina Tamoschus, die das Projekt in Bottrop koordiniert, ist zufrieden. „Damit sind wird auf Rekordkurs. Ich bin guter Hoffnung, dass wir unseren bisherigen Rekord knacken.“ Den haben die Bottroper Radler 2013 aufgestellt. Knapp über 70 000 Kilometer haben sie damals auf dem Rad zurück gelegt.

Damals waren es 355 Teilnehmer, dieses Jahr sind es bisher 352 Aktive. Erfahrungsgemäß, so Carina Tamoschus, würden einige Teilnehmer ihre Kilometer erst zum Ende des Aktionszeitraums eintragen. Bis zum 31. Mai geht der Projektzeitraum. Auch jetzt könnten sich noch Teilnehmer nachmelden und auch ihre geradelten Kilometer seit dem 11. Mai nachtragen, sagt die Stadradelkoordinatorin und hofft noch auf Nachzügler. Die erfolgreichsten Radler und Teams werden ausgezeichnet. Schließlich ist das Stadtradeln auch ein Städtewettkampf.

Deutschlandweit treten 259 Kommunen gegeneinander an. Ziel des Projekts: CO2-sparen und den Radverkehr fördern. Die Bottroper Radler haben – rein rechnerisch – im Projektzeitraum bereits rund 9000 Kilogramm CO2 eingespart. Hätte man die Kilometer alle mit dem Auto zurück gelegt, wären rund 7350 Euro für Sprit fällig gewesen.

Teilnehmer können sich noch im Internet registrieren. Dort können auch die Kilometer nachgetragen werden: www.stadtradeln.de