Stadtarchiv gilt als Fundgrube für Familienforscher

Ein Meldebuch aus dem Jahr 1879. Es lagert wie die anderen im Bottroper Stadtarchiv und dient vor allem Familienforschern als Quelle.
Ein Meldebuch aus dem Jahr 1879. Es lagert wie die anderen im Bottroper Stadtarchiv und dient vor allem Familienforschern als Quelle.
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Als das Dorf Bottrop rasant wächst, muss eine neues Meldewesen her. Es entstehen Gesamtregister und Meldejournale. Die ersten erfassen den Zeitraum von 1874 bis 1901

Bottrop..  Auch früher mussten sich Neubürger im Bottroper Rathaus anmelden, damals Amtshaus genannt, wo ihr Zuzug in dicken Büchern akribisch vermerkt wurde. In einem sechsbändigen Register nach Ortsteilen verzeichnete man dort die Bewohner nach den einzelnen Hausnummern geordnet - Straßennamen gab es damals noch nicht. Veränderungen wurden dann jeweils nachgetragen. Neben dem Dorf Bottrop gibt es jeweils einen Band für die Ortsteile Batenbrock, Boyer, Eigen, Fuhlenbrock und Lehmkuhle. Die Bücher umfassen die Zeit von 1850 bis 1874.

Leider sind diese Aufzeichnungen sehr notizenhaft und nicht ausführlich. Ein großer Verwaltungsaufwand für die wenigen Einwohner der Gemeinde war damals noch nicht nötig. War Bottrop zu der Zeit, als die Bücher angelegt wurden, doch noch ein Dorf mit gerade einmal knapp über 3000 Einwohnern. Im Laufe der Jahre ist dann aber eine Professionalisierung des kommunalen Meldewesens zu erkennen. Dies war auch notwendig, galt es nun, die in enormem Tempo wachsende Bevölkerung effektiv zu verwalten.

Wertvolle Quelle

Die 48 großformatigen Gesamtregister und 38 zugehörige Meldejournale, die dann ab 1874 angelegt wurden, umfassen den Zeitraum 1874 bis 1901. Die Verzeichnisse sind heute eine wertvolle Quelle für Familienforscher. Sie finden hier die Namen der Familienmitglieder, deren Geburtsdatum und -ort sowie Angaben über den Beruf und auch Informationen über Wegzug, Heirat oder Hinweise auf das sonstige Schicksal in der Zeit.

Interessant ist, dass auch Verwandte, die nur eine Zeit lang im Haushalt gelebt haben, Hausangestellte und so genannte Kostgänger, die etwa als Bergleute auf den Zechen arbeiteten, auf den Folgeblättern der Gesamtregister aufgeführt sind. Geordnet sind die Bände auch nach Ortsteilen und Hausnummern - die Ergänzungen der Straßen erfolgte dann erst nachträglich nach deren Einrichtung. Doch zum Glück gibt es hierzu alphabetische Verzeichnisse, so dass Familienforscher gezielt nach Vorfahren suchen können.

Flut von Zuzügen

Im Jahr 1901 wurde das System, das sich als wenig zuverlässig und in der alltäglichen Praxis auch als sehr unpraktisch und umständlich erwiesen hatte, abgelöst durch eine Kartenregistratur. Die Meldestelle sah sich der Flut der neu Zuziehenden mit der Verwaltung durch die Bücher nicht mehr gewachsen. Allein im Zeitraum von 1874 bis 1901 hatte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde von 5779 auf über 26 000 mehr als vervierfacht. Tausende von Karteikarten vermerkten von nun an die Daten der Bürger, ihre Zu-, Weg- und Umzüge innerhalb der Stadt. Das Auffinden der Einträge wurde durch die alphabetische Sortierung sehr erleichtert.

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