Stadt sucht in Bottrop fieberhaft Häuser für Flüchtlinge

Noch haben Bauarbeiter die Regie in der Körnerschule, bald sollen hier Flüchtlinge einziehen.
Noch haben Bauarbeiter die Regie in der Körnerschule, bald sollen hier Flüchtlinge einziehen.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Wenn der Zustrom von Zuwanderern aus dem Kosovo nach NRW so anhält wie seit Jahresbeginn, muss Bottrop mit deutlich steigenden Zahlen rechnen.

Bottrop..  Mit 450 weiteren Flüchtlingen muss die Stadt Bottrop binnen eines Monats rechnen, wenn der Zustrom aus dem Kosovo so anhält wie seit Jahresbeginn. Seit Januar sind die Zahlen in NRW derart gestiegen, dass die Erstaufnahmekapazitäten des Landes fast erschöpft sind. Neuankommende Asylbewerber müssen immer schneller auf die Kommunen verteilt werden. Bis zu diesem Wochenende waren die Gemeinden deshalb aufgefordert, dem nordrhein-westfälischen Innenministerium Unterkünfte für Asylbewerber nachzumelden. In Olpe hat das Land schon eine Familienferienstätte des Kolpingwerkes vorübergehend beschlagnahmt.

In dieser Gefahr sieht sich die Stadt Bottrop allerdings nicht. Man sei für den befürchteten weiteren Ansturm gerüstet, betont Sozialamtsleiter Peter Sommer: „Wir haben im Februar ein komplettes Wohnhaus angemietet, das steht ab sofort zur Verfügung.“ Das Haus habe vier bis fünf Wohnungen und könne je nach Konstellation mit 24 bis 30 Personen belegt werden.

Stadt arbeitet mit Hochdruck an der Körnerschule

In der Hinterhand hält die Stadt ja auch immer noch die frühere Körnerschule an der B 224. Die wird schon seit Wochen zum Asylbewerberheim umgebaut. Ende März, Anfang April könne das Gebäude wohl belegt werden, erwartet Sommer. Die Fertigstellung habe sich auf Grund unerwarteter Probleme beim Umbau verzögert. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, versichert der Sozialamtsleiter. 80 zusätzliche Plätze werden dann hier in Kürze für Flüchtlinge zur Verfügung stehen.

Und die werden auch dringend gebraucht. Am 20. Januar lag die Zahl der Asylbewerber in Bottrop bei 705. In den letzten drei Wochen sind aber 42 Personen neu dazu gekommen. Allein am Donnerstag wurden 21 Flüchtlinge in der Stadt erwartet. Dabei kommen die Kosovo-Flüchtlinge, die in der Regel keinen Asylanspruch haben und schnell wieder abgeschoben werden sollen, noch zu dem ebenfalls großen Zustrom von Auswanderern aus den anderen Krisengebieten dieser Erde dazu.

Deshalb arbeitet das Sozialamt derzeit fieberhaft daran, weitere Standorte für Einrichtungen und Übergangsheime zu sichten und zu planen. Welche Gebäude man dabei in die Überlegungen mit einbezieht, wollte Sommer allerdings noch nicht verraten. Erst im April werde man den Bezirksvertretungen und dem Sozialausschuss die Vorschläge vorlegen.

2014 wurden 54 Wohnungen belegt

Während früher die Verweildauer der neu eingereisten Flüchtlinge in den Erstaufnahmelagern des Landes bei rund zwei Monaten lag, würden sie von den zentralen Unterkünften inzwischen innerhalb weniger Tagen weiter geschickt, bestätigt der Sozialamtsleiter: „Manche kommen schon nach vier Tagen zu uns.“ Ihre Unterbringung in Bottrop erfolgt dann zunächst in Heimen, später möglichst in Wohnungen.

„Die Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen, ist in Bottrop sehr hoch. Gott sei dank“, freut sich Sozialamtsleiter Peter Sommer. Im vergangenen Jahr sei es gelungen, zwischen Februar und Dezember insgesamt 180 Personen in 54 Wohnungen unterzubringen. Und die Unterstützung sei zurzeit immer noch sehr groß.