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Interview

„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“

27.12.2012 | 19:00 Uhr
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
Bernd Tischler sieht trotz aller Sparmaßnahmen noch Gestaltungsraum für die Politik.Foto: Olaf Fuhrmann

Bottrop. Eine Stadt im positiven Wandel. So bilanziert Bernd Tischler das Bottroper Geschehen und das, was sich aller Voraussicht nach noch ereignet. Im WAZ-Interview blickt der Oberbürgermeister auf dieses und das kommende Jahr.

WAZ: Zu den einschneidenden Beschlüssen gehört das Sparpaket. Der spektakulärste Reflex darauf war der Wunsch nach Erhalt des Stenkhoffbades.
Bernd Tischler: Mit dem Sparpaket haben wir Möglichkeiten definiert. Das Stenkhoffbad kann angesichts von drei perfekten Hallenbädern geschlossen werden, um viel Geld zu sparen. Wir stoßen nun auf engagierte Meinungsäußerungen, und das ist in Ordnung.

Ist die Teilnahme am Stärkungspakt richtig?
Es ist ein Vorteil, dass wir damit wieder Herr des Verfahrens sind. Ich erlebe bei Etat-Fragen eine Diskussionskultur, die von Respekt getragen ist. Die Ergebnisse zeigen vielen Menschen wieder Licht am Ende des Tunnels.

Wie viel Gestaltungsraum hat der Rat angesichts der Sparauflagen?
Wir haben in Bottrop etwas anderes als andere Städten getan: Wir haben eine Dreiteilung vorgenommen: Steuern anheben, Leistungen senken und Einsparungen vornehmen. Das macht die Auflagen erträglicher. Wenn man sich anschaut, wie sich die Stadt entwickelt und außerdem sieht, dass eine Menge an Fördermitteln von EU, Bund und Land nach Bottrop fließen, dann ist durchaus Gestaltungsraum vorhanden.

Was wird aus der Stadtmarketing-Gesellschaft?
Ich habe den Auftrag, zum Frühjahr ein Konzept zu erarbeiten. Wir müssen die Kosten reduzieren. Das wird sicher eine Senkung der Standards bedeuten.

Kommen wir zu Innovation City.
Das Projekt wird immer gewichtiger. Im Pilotgebiet drehen sich die Kräne, und es sind viele Gerüste aufgebaut. Allein die Vivawest-Investition von 29 Millionen Euro liefert eine konkret messbare Auswirkung. Es geht um die Energiewende von unten. Bereits heute ist Bottrop die Stadt in NRW mit der größten Dichte an E-Zapfsäulen und Solarflächen. Demnächst kommen Kraft-Wärme-Anlagen für 100 Gebäude hinzu. Das Handwerk ist gut ausgelastet. So entstehen nicht nur neue Jobs, sondern auch ein neues Image. Die Stadt spielt jetzt in einer höheren Liga.

Wohin führt der Weg in der Schuldebatte?
Es werden weniger Kinder in Bottrop leben. Daran kommen wir nicht vorbei. Deshalb müssen wir Schulen auflösen. Ich werbe darum, keine ideologische Debatte zu führen, sondern respektvoll um die beste Lösung zu ringen.

Werden für manche kurze Beine die Wege demnächst länger?
Längst nicht überall, aber zum Beispiel auf dem Eigen. Wir können mit zehn, zwölf Kindern keine Klassen mehr bilden. Ich darf das nicht mehr. Letztlich ist der Elternwille entscheidend. Die Eltern der zukünftigen Schüler entscheiden darüber, wo sie ihre Kinder anmelden und damit welche Schulen sie wollen.

In der Innenstadt ist was los.
Ja, das ist eine Erfolgsgeschichte: Kaufland, der ZOB, der Berliner Platz, bald das Hansa-Center. Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass unsere Pläne Schritt für Schritt in die Realität umgesetzt werden.

Hat der Saalbau eine Chance?
Wir schießen für den Saalbau jedes Jahr 670 000 Euro zu. Niemand sagt uns, woher das Geld kommen soll. Mit dem Lichthof des Berufskollegs gibt es eine Alternative als Veranstaltungsraum. Ich glaube, der Saalbau ist ein Auslaufmodell.

Thema A 52. Wie stehen die Chancen auf Verwirklichung?
Ich respektiere den Gladbecker Bürgerentscheid, aber dort wird nicht über die Bottroper Belange entschieden. Ich kämpfe für die A 52 und befinde mich damit in Gesellschaft von Landesregierung, Wirtschaft, Initiativkreis und einigen Nachbarstädten. Auch die Bundesmittel liegen bereit. Die Chancen stehen also nicht schlecht.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gewerbegebiets am Flugplatz?

Ich möchte an der Entwicklung des Gebiets festhalten. Eine Vermarktungsstudie soll definieren, wie flugaffine Betriebe angesiedelt werden können. Der Rat muss dann entscheiden, wie eine möglicherweise übrig bleibende Fläche genutzt wird.

Michael Friese und Norbert Jänecke



Kommentare
29.12.2012
08:44
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von tierfreund61 | #10

9
Besser kann man es nicht formulieren. Danke, Sie sprechen mir aus dem Herzen!

29.12.2012
00:56
I"ch respektiere den Gladbecker Bürgerentscheid" "ABER ..."
von Relativitaet_ist_relativierbar | #9

"Ich respektiere den Gladbecker Bürgerentscheid" ...
UND als als wenn die Selbst-Affirmation des OB-Erben aus Bottrop nicht noch steigerungsfähiger wäre ...
"Ich kämpfe für die A 52 und befinde mich damit in Gesellschaft von Landesregierung, Wirtschaft, Initiativkreis und einigen Nachbarstädten. Auch die Bundesmittel liegen bereit. Die Chancen stehen also nicht schlecht."

Meine Güte, wie kann ein Mensch nur so borniert sein und der Realität so entfliehen ?

Sich mit Innovations-Leuchttürmen die Hände in Unschuld waschen und im Hinterrzimmer Flächenfrass mit der A52 befürworten als gäbe es keinen Morgen mehr. Selbst vor der eigenen Haustür die Durchstreckung der A 31 ablehnen, aber von anderen den Tribut fordern, das ist St. Florian erster Güte Herr T aus G. Verstecken Sie sich nicht weiter hinter geglaubten NICHTMEHRHEITEN. Die Mehrheit bilden die NICHTWÄHLER. Ganz nebenbei hat Bottrop nicht einen Knotenpunkt an einem geglaubten Miniabschnitt A 52, der einen Verkehrswert rechtfertigt.

28.12.2012
22:26
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von fastschwarz | #8

"Längst nicht überall, aber zum Beispiel auf dem Eigen. Wir können mit zehn, zwölf Kindern keine Klassen mehr bilden. Ich darf das nicht mehr. Letztlich ist der Elternwille entscheidend. Die Eltern der zukünftigen Schüler entscheiden darüber, wo sie ihre Kinder anmelden und damit welche Schulen sie wollen."

Na da bin ich ja mal gespannt, wann der Satz der politischen Amnesie zum Opfer fällt. Spätestens wenn im Frühjahr die Schließung der Paulschule beschlossen wird. Dann ist der Platzbedarf der Gesamtschule wieder wichtiger als der "Elternwille".

28.12.2012
19:26
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von kitty73 | #7

Mit wem?

Wer spielt noch in dieser hochverschuldeten Liga?
Essen, Mülheim, Oberhausen, Dorsten, Gladbeck,....?

Zum Lachen wenn es nicht zum Weinen wäre.
:..(


28.12.2012
16:11
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von stesocom | #6

Lustig.......
Stefan Soppe (kopfschüttelnd; ........mittlerweile mit Verdacht auf Schleudertrauma!)

27.12.2012
22:05
Höhere Schuldenliga
von teetrinker82 | #5

Wir spielen in einer hohen Schuldenliga.

"Wir haben etwas anderes als in anderen Städten getan..." - welche Städte meint Herr Tischler? Gibt es da ein Wahrnehmungsproblem? Die Nachbarschaft hat doch ähnliche Maßnahmen beschlossen - auch in Dreiteilung.

Die heilige Kuh "Flugplatz" darf natürlich nicht geschlachtet werden - dafür verbrennen wir erst noch Fördergelder, um letztendlich zu erfahren dass es kein flugaffines Gewerbe gibt.

Die Innovative City kostet uns auch nur - aber dafür darf Herr Tischler ja schön nach Japan reisen.;-)

Wer in Bottrop braucht die A52? Wer glaubt an weniger Staus durch den Ausbau? Wer glaubt an weniger Unfälle. Wir haben bereits die A2, A42 und A31.

27.12.2012
21:27
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von meckern | #4

Sehr geehrter Herr Tischler!

In welcher höheren Liga spielt Bottrop ihrer Meinung nach jetzt?

Für die Menschen in Bottrop, bleibt doch eines klar, dass das gesamte Finanzfiasko durch den Rat und die Verwaltung hausgemacht ist. Wer gewählt wurde um sich für das Wohl und Wehe der Stadt einzusetzen, und dann seine Zustimmung gibt, dass mit den Steuergeldern gezockt werden darf, muss sich fragen lassen, ging es nur um seinen eigenen Vorteil – Rats-, Sitzungs- und eventuell sonstige Einnahmen-.

Die im Artikel vorgebrachte eigene Beweihräucherung schlägt allen, vom Spar- / Streichkonzert des Rates und der Verwaltung betroffenen die Krone ins Gesicht.

Hier wäre Demut und eine Entschuldigung besser gewesen.


27.12.2012
20:56
Zuviel Weihrauch
von klabautermann77 | #3

Zuviel Weihrauch zu Weihnachten abbekommen und daher diese Selbstbeweihräucherung?

27.12.2012
20:46
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von ogni1 | #2

"Ich kämpfe für die A 52 und befinde mich damit in Gesellschaft von Landesregierung, Wirtschaft, Initiativkreis und einigen Nachbarstädten."
Du bist nicht Bürgermeister der Nachbarstädte, du bist Leider noch Bürgermeister von Bottrop.
Also solltes du in erster Linie, die Meinung und belange der Bottroper vertreten.

1 Antwort
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von tierfreund61 | #2-1

Ogni
Die Bürgernähe hat Herr Tischler nach seiner Bürgermeisterwahl aufgegeben. Alles was beschlossen wurde ist gegen das kleine Volk.

27.12.2012
19:37
„Stadt spielt jetzt in höherer Liga“
von Wittmich | #1

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ich will damit sagen das NICHT nur der
Saalbau ein Auslaufmodel ist!!!!!

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