Stadt Bottrop prüft Windradpläne des Alpincenters

Der Tetraeder schwebt über Bottrop. Auf die Halde nebenan aber will das Alpincenter sein Windrad stellen.
Der Tetraeder schwebt über Bottrop. Auf die Halde nebenan aber will das Alpincenter sein Windrad stellen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Rat macht Weg noch in diesem Monat frei. Große Mehrheit der Parteien signalisiert Zustimmung. SPD stellt Alpincenter vorab Bedingungen.

Die Windradpläne des Alpincenters an der Prosperstraße kommen jetzt auf den Prüfstand. Der Stadtrat wird aller Voraussicht nach noch in diesem Monat den Weg für das Verfahren frei machen, mit dem untersucht wird, ob die Voraussetzungen zum Bau der Windkraftanlage gegeben sind. Jedenfalls sprach sich dafür auch gegen den Protest der Anwohnerinitiativen im Boytal vorab schon die große Mehrheit der Ratsparteien aus.

Allerdings knüpft die SPD ihre Zustimmung zu dem Prüfverfahren an exakte Bedingungen. „Wir sind prinzipiell dafür“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Göddertz, „doch das Windrad darf nur zur energetischen Versorgung des Alpincenters dienen“. Werde die Kunstschnee-Skipiste womöglich einmal geschlossen, müsse auch das Windrad abgebaut werden, fordert die SPD.

Außerdem verlangt die größte Partei im Rat, dass die von Deutschen Wetterdienst geförderte Höhenbeschränkung auf 198 Meter einzuhalten ist. „Auch sollen die Rotorendurchmesser erheblich abgesenkt werden, um die bedrängende Wirkung zu verringern“, forderte Göddertz, und die Bauherren müssen nachweisen, dass das Windrad auf der Halde einen sicheren Stand haben werde.

Bedenken der Anwohner

Der SPD-Ratsherr hebt damit darauf ab, dass in den nächsten Jahren am Nordhang tausende Tonnen von Erde angeschüttet werden, um die Halde zu stabilisieren. Damit soll verhindert werden, dass das Skihalle über kurz oder lang geschlossen werden muss, falls ihre Stützpfeiler nach wie vor Millimeter um Millimeter wegrutschen.

„Die Forderungen der SPD sind überlegenswert“, sagte auch ÖDP-Ratsherr Johannes Bombeck. Die ÖDP fordert ebenfalls, dass das Windrad nicht höher als 198 Meter werden sollte. Zwar kritisiert die Union, dass SPD wie ÖDP für den geplanten Bau des Windrades vorab derart konkrete Bedingungen stellen, doch auch CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Hirschfelder sicherte zu: „Wir nehmen die Bedenken der Anwohner ernst, aber das nun anstehende Verfahren dient ja genau dazu, diese zu überprüfen“. Die FDP wiederum bedauert, das die Windradpläne des Alpincenters erst jetzt auf den Prüfstand kommen sollen. Das auf Drängen der SPD hin anberaumte Moderationsverfahren habe erwartungsgemäß nicht zu der erhofften Annäherung von Windrad-Planern und Windrad-Gegnern im Boytal geführt. „Das hat alles nur verzögert“, bedauerte FDP-Ratsherr Oliver Mies.

Die Grünen befürworten den Bau des Windrades. Das bekräftige ihre Fraktionsvorsitzende, Andrea Swoboda, bei einem Fachgespräch mit Grünen aus Region und Landtag im Alpincenter, und Grünen-Ratsfrau Sigrid Lange sagte: „Ich bin froh, dass es jetzt endlich los geht“.