Stadt Bottrop prüft Heim an der Knippenburg

Grundschule : Albrecht - Dürer - Schule Glückaufstraße 2 Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
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Was wir bereits wissen
Vermieter bietet Büro- und Wohngebäude für Flüchtlingen an. Bedenken im Ausschuss wegen der Unterbringung im Gewerbegebiet.

Bottrop..  Einen Knaller hielt Sozialamtsleiter Peter Sommer gestern in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Familie für die Politiker bereit.: „Wir haben ein Gebäude In der Knippenburg als Unterkunft für Flüchtlinge angeboten bekommen und wir würden das gerne prüfen.“

Dabei handele es sich um eine rund 900 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet, mit einem Bürogebäude und einem Wohnhaus. Genutzt wurde dies bisher von der Autovermietung Sixt. „Wir könnten hier 60 bis 70 Personen unterbringen“, schätzte Sommer im Ausschuss. Damit könnte die Stadt für eine Weile alle Sorgen bei der Flüchtlingsunterbringung los werden. Bedenken dagegen hatten viele Politiker, weil eigentlich keine Flüchtlinge in Gewerbegebiet untergebracht werden sollen.

„Die Prognosen des Städtetages bestätigen unsere Schätzungen“, erklärte Sommer aber dem Ausschuss. Bis zum Jahresende werden wohl rund 1200 Flüchtlinge in Bottrop leben. Zehn Personen kommen nach wie vor jede Woche an. Inzwischen sind darunter keine Flüchtlinge mehr aus dem Kosovo, weil die in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben und schnell wieder abgeschoben werden sollen.. Der Zustrom aus Ländern wie etwa Albanien und Serbien ist unverändert hoch. Und die Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer sprechen eine eigene Sprache.

Alle Menschen gut unterzubringen, ist eine Herausforderung für die Stadt. Für 200 bis 250 Flüchtlinge muss sie noch Unterbringungsmöglichkeiten schaffen. Immer noch würden der Stadt Wohnungen für Flüchtlinge angeboten, freute sich Sommer. In etwa zwei bis drei Wochen kann auch die Körnerschule bezogen werden. „Dort ist es hell und freundlich, eine schöne Alternative mit einem schönen großen Spielplatz“, lobte die Ausschussvorsitzende Renate Palberg. Sie hatte die umgebaute Schule am Dienstag gemeinsam mit Ausschusskollegen besichtigt. Hier ist Platz für 80 Personen.

Weitere 50 Plätze will die Stadt mit einem Neubau an der Trappenstraße/Tannenstraße schaffen, dem der Sozialausschuss jetzt mit einer Gegenstimme breite Zustimmung erteilte. Er soll spätestens im nächsten Frühjahr bezugsfertig sein. Die Wohnungen werden so gebaut, dass sie später als Seniorenwohnungen genutzt werden können. Auch an der Holthauser Straße in Kirchhellen soll neu gebaut werden.

Stadt will Sixt-Gelände prüfen

Darüber hinaus will die Stadt auch die ehemaligen Albrecht-Dürer-Schule als Übergangseinrichtung für circa 80 Personen bereit halten. Als Ausweichquartier im Notfall könnte auch die Overbergschule in Betracht kommen. Auf beide früheren Schulen könnte die Stadt unter Umständen verzichten, wenn stattdessen das Sixt-Gelände im Gewerbegebiet genutzt würde, versprach Peter Sommer.

Nun will die Stadt weiter prüfen und mit dem Vermieter verhandeln. Das Ergebnis wird dann erst der Bezirksvertretung Süd und im Juni dem Ausschuss vorgestellt.