Stadt Bottrop plant Heim im Gewerbegebiet

Ein Verwaltungsgebäude und ein Wohnhaus an der Straße „An der Knippenburg“ will die Stadt zur Unterkunft für Flüchtlinge machen.
Ein Verwaltungsgebäude und ein Wohnhaus an der Straße „An der Knippenburg“ will die Stadt zur Unterkunft für Flüchtlinge machen.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Der Sozialausschuss stimmt am Donnerstag über einen neue Flüchtlingsunterkunft an der Knippenburg ab, denn Bottrop braucht mehr Plätze für Flüchtlinge

Bottrop..  Stimmt der Sozialausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag zu, dann wird es schon bald ein neues Heim für Flüchtlinge an der Straße „An der Knippenburg“ geben. Das Verwaltungsgebäude, das früher von der Firma Sixt und einem Bildungsträger genutzt wurde, hat rund 900 Quadratmeter Fläche, 60 bis 70 Personen könnten hier ein Zuhause finden.

Sanitäranlagen vorhanden

So hatte die Stadt schon im April geschätzt, als Sozialamtsleiter Peter Sommer in der letzten Sitzung des Sozialausschusses überraschend bekannt gegeben hatte, dass dieser Gebäudekomplex der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung angeboten worden sei. Inzwischen haben die Fachämter der Stadtverwaltung hier Besichtigungen durchgeführt und festgestellt, dass das Gebäude als Gemeinschaftseinrichtung besonders gut geeignet sei, weil es über Toiletten und Duschen verfüge und auch Küchen vorhanden seien.

Es gibt drei Stockwerke in dem Verwaltungsgebäude mit jeweils rund 300 Quadratmetern Grundfläche und einen Keller mit etwa 150 Quadratmetern. Daneben steht ein Wohngebäude, in dem derzeit drei Wohnungen frei sind und später frei werdende Wohnungen ebenfalls für Flüchtlingsfamilien genutzt werden könnten.

Das Objekt liegt im Gewerbegebiet

Bedenken wurden schon im April dagegen geäußert, dass das Objekt in einem Gewerbegebiet liegt, wo eigentlich keine Flüchtlinge untergebracht werden dürfen. Dazu schreibt die Verwaltung jetzt, dass Ende letzten Jahres Neuregelungen und befristete Erleichterungen ins Baugesetzbuch eingefügt worden seien, die die Unterbringung von Flüchtlingen in Gewerbegebieten erleichtern sollen.

Die Infrastruktur sei gut an der Knippenburg, stellt die Verwaltung fest, mit kurzen Wegen zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten an der Prosperstraße oder im Südringcenter und zur nächsten Grundschule an der Welheimer Mark. Auch eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gebe es hier.

Mit dem Eigentümer des Gebäudekomplexe hat die Stadt vereinbart, dass er eine Bauvoranfrage stellen wird, um die geplante Nutzungsänderung überprüfen zu lassen. Der Vermieter müsste auch kleine bauliche Veränderungen übernehmen und größere Räume durch Ständerwerk neu aufteilen. Von der Stadt wurde ihm ein Mietpreis von 5,15 Euro pro Quadratmeter in Aussicht gestellt und eine Anmietung zunächst für fünf Jahre mit der Option der jährlichen Verlängerung anschließend. Der weiter ungebremste Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen zwinge die Stadt, zu handeln, heißt es in der Vorlage.

Verzögerung an Körnerschule

Bis Ende März wurden in Bottrop 133 Personen aufgenommen, bis Jahresende rechnet das Sozialamt mit 300 bis 350 weiteren Zuweisungen. Damit würden der Stadt langfristig etwa 160 Plätze fehlen, noch freie Kapazitäten ebenso einkalkuliert wie die Körner- und die Albrecht-Dürer-Schule.

Die Körnerschule ist immer noch nicht bezogen, weil sich die Bauabnahme wegen des Brandschutzes verzögert hat. Die geplante Neubauten an der Trappen- und der Holthauser Straße stehen frühestens Mitte 2016 zur Verfügung.