Stadt Bottrop muss Skatepark sperren

Auf dem Hosenboden landet die Stadt mit ihrer Skaterbahn im Ehrenpark..
Auf dem Hosenboden landet die Stadt mit ihrer Skaterbahn im Ehrenpark..
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Landesbauministerium ordnet die Schließung an. Denn es fehlt die Baugenehmigung für die Rollbahn im Bottroper Ehrenpark.

Bottrop..  Viel ist noch nicht los im Skatepark im Ehrenpark. Ein paar Kinder schieben Skate-Roller über den glatten, dunkelgrauen Belag. Zwei Jugendliche rollen mit Skateboards eine Halfpipe hinab. Die Mittagszeit ist fast vorüber. Am Rand der Rollbahn stehen Stadtkämmerer Willi Loeven, der ganz in der Nähe wohnt, und Jugendressort-Chef Karl Trimborn beieinander. Sie schauen den Skatern eine Weile zu. Beide wirken ein wenig bedrückt. Denn die Stadt muss den Skatepark schließen. Ihr fehlt die nötige Baugenehmigung dafür.

Das Landesbauministerium hat die Nutzung der Skateranlage daher untersagt. „Da gibt es unterschiedliche Rechtsauffassungen“, sagt Kämmerer Loeven zwar, dennoch wird die Stadtverwaltung den Skatepark in den nächsten Tagen erst einmal sperren müssen. Ihre Pressestelle bestätigt dies auf Nachfrage der WAZ-Redaktion. Ziel der Stadt sei es aber, eine Nutzung des Skateparks schnellstmöglich wieder zu ermöglichen.

Wie jeder Bauherr

„Das ist schon heftig“ sagte CDU-Fraktionschef Hermann Hirschfelder. „Auch ziemlich peinlich“ findet er das Ganze. Der Jurist befürwortet die vorläufige Sperrung. „Das ist zwar schade für die Skater. Ich selbst habe die Bahn gegen Proteste ja immer verteidigt“, betont er. „Doch die Stadt kann nicht anders behandelt werden wie jeder andere Bauherr“, sagte der CDU-Ratsherr auf WAZ-Anfrage. Andere dürfen auch nicht einfach ohne Genehmigung bauen. „Das muss selbstverständlich auch für die Stadt gelten, sonst ginge doch jedes Vertrauen in die Verwaltung verloren“, sagte er.

Dass die Baugenehmigung für den Skatepark fehlt, ist offenbar bei einem Gerichtsverfahren herausgekommen. Ein Anwohner am Ehrenpark hatte gegen die Skateranlage geklagt. Die Verwaltung nahm bisher an, dass sie gar keine Baugenehmigung braucht. Denn an ziemlich derselben Stelle gab es vor der Erneuerung des Ehrenparks eine Rollschuhstrecke. Diese sei durch die Skateranlage ja nur ersetzt worden. Das sieht das Bauministerium aber anders.

Die Stadt leitete unterdessen ein neues Baugenehmigungsverfahren ein. Mit am Werk ist die Bezirksregierung Münster, also die Aufsichtsbehörde für die Stadt. Auch der Stadtrat bekommt das Ganze auf den Tisch. Sein Fachausschuss für Stadtplanung muss sich am Donnerstag jedenfalls mit neuen Plänen für das Stadtquartier befassen, in dem auch der Ehrenpark liegt. Laut Verwaltung halten die alten Pläne einer rechtlichen Überprüfung nicht mehr stand, „weitere Rechtsunsicherheiten führen dazu, dass der Bebauungsplan als unwirksam anzusehen ist“.