Stadt baut Kanal in Grafenwald

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Ab Herbst 2015 soll in Grafenwald ein Grund- und Regenwasserkanal in der Gerberstraße, der Stellmacherstraße und der Tuchmacherstraße gebaut werden. Am Dienstagabend luden Vertreter der Stadt zur Bürgerversammlung in das Pfarrheim Heilige Familie ein, um das Projekt vorzustellen. Die Baumaßnahmen erfordern eine enge Zusammenarbeit mit den Anwohnern.

„Immer wieder klagen die Anwohner des betroffenen Gebiets über Überschwemmungen nach starken Regenfällen“, sagt Heinz Welberg vom Fachbereich Tiefbau und Stadterneuerung. „Dem wollen wir mit den Baumaßnahmen ein Ende setzen und das Hauptpumpwerk entlasten.“ Außerdem sei das neue System ökologischer. Zurzeit besteht die Kanalisation in Grafenwald-Mitte aus einem Mischwassersystem. In Zukunft soll es ein Trennsystem geben mit separater Grund-, Regen- und Drainagewasserableitung. „Laut Gesetz ist es außerdem illegal, Grund- und Drainagewasser in einen Schmutzwasserkanal zu leiten, so wie es bei vielen Häusern an den betroffenen Straßen der Fall ist“, erklärt Welberg. „Normalerweise dürfen die nur in einen Regenwasserkanal abgeleitet werden.“ Das bedeutet, dass jeder Anwohner sein Haus prüfen lassen und mit der Stadt zusammen eine Lösung für den individuellen Umbau finden muss. Der Kanalbau wird aus Zuschüssen der RAG und der Emschergenossenschaft finanziert. Dennoch werden möglicherweise auch die Anwohner zur Kasse gebeten, wenn es um die private Grundstückentwässerung geht. „Für Leitungen auf den Grundstücken sind die Anwohner selbst zuständig“, so Welberg. „Es sei denn, es sind Schäden durch den Bergbau entstanden, In diesen Fällen übernimmt die RAG sogar private Umbauten.“ Manchmal sei ein kompletter Umbau der Kanalisierung allerdings so teuer, dass er sich finanziell nicht lohne. In diesen Fällen würde eine Zwischenlösung gesucht und nur ein Teil des Regenwassers in das neue System geleitet. Bei allen preislichen Kalkulationen seien bereits die Abbauplanungen der RAG bis 2018 berücksichtigt worden, so dass dadurch keine weiteren Schäden entstehen könnten. Das Gefälle auf dem unteren Teil der Gerberstraße wird vorerst nicht in die Baumaßnahmen mit einbezogen. In Teilen der Tuchmacherstraße ist die Kanalisation bereits fertig umgebaut worden.

Der Kanal soll innerhalb eines Jahres fertig gestellt sein, danach folgen weitere Bauabschnitte bis etwa zum Jahr 2020. „Wir wollen die Maßnahmen immer soweit begrenzen wie nur möglich“, sagt der Vertreter der Stadt. „So können wir gewährleisten, dass der Verkehrsfluss in Grafenwald nicht gestört und die Sicherheit der Anwohner, zum Beispiel im Falle eines Notrufs, gewahrt wird.“ Unannehmlichkeiten könne es trotzdem für die Anwohner geben: Es sei möglich, dass sie zeitweise ihre Auffahrten nicht benutzen könnten.