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Kriminalität

Spritzen auf Kindergartengelände in Bottrop gefunden

28.09.2012 | 18:52 Uhr
Saskia Beck sorgt sich um ihren Sohn, der sich an einer Spritze, die er auf dem Kindergartengelände gefunden hat, verletzt hat.Foto: Birgit Schweizer

Bottrop.   Kinder der Kindertagesstätte St. Bonifatius haben auf dem Außengelände Spritzen gefunden. Ein Dreijähriger hat sich beim Spielen damit verletzt. Nun machen sich die Eltern sorgen, dass sich in dem Gebiet eine Szene trifft. Zumal Freitag eine dritte Spritze in der Umgebung gefunden wurde.

Saskia Beck ist in Sorge. Ihr dreijähriger Sohn hat sich beim Spielen an einer Spritze verletzt. Zwei davon hatten Kinder auf dem Gelände des Kindergartens St. Bonifatius im Fuhlenbrock entdeckt. Zu der Angst vor Krankheiten kommt Wut darüber, dass solche auf dem Kindergartengelände liegen. Wahrscheinlich, so vermutet sie, hätten sich nachts Süchtige im Umfeld des Kindergartens oder gar auf dem Gelände getroffen und Drogen konsumiert. „Es gab schon Probleme, dass auf dem Gelände Scherben oder Kot gefunden wurde. Da haben wir an schlechte Streiche gedacht“, so Saskia Beck, die auch Vorsitzende des Elternrates ist.

Wäldchen als Treffpunkt

Dritter Spritzenfund
Dritter Spritzenfund innerhalb weniger Tage

Am Freitag ist im Umfeld des Kindergartens erneut eine Spritze gefunden worden. Darüber informierte Edgar Hemming vom Kita-Zweckverband des Bistums Essen diese Zeitung.

Die Spritze, der dritte Fund innerhalb weniger Tage, wurde in einer Hecke gegenüber des Eingangs zum Kindergarten gefunden. „Einer Mutter ist sie aufgefallen, die hat sie an die Kindergartenleiterin übergeben“, so Hemming.

Die Kindergartenleiterin habe die Spritze an sich genommen und dann anschleißend die Polizei alarmiert und über den Fund informiert.

Hinter dem Kindergartengelände liegt ein Wäldchen, das sich bis zur Hans-Böckler-Straße erstreckt. Hier, so haben die Eltern den Eindruck, träfen sich häufiger Menschen, um entweder Drogen oder Alkohol zu konsumieren. Tatsächlich gibt es in dem Wald Stellen, die zumindest auf Alkoholkonsum hindeuten. Ein Baumstumpf ist eine Art Stehtisch, rundherum liegen Kronkorken, Flachmänner und Zigarettenschachteln. Saskia Beck und ihre Mitstreiterin vom Elternrat, Anna Nati, deuten auch immer wieder auf Alufolie, die zwischen den Büschen schimmert. Die, so ihre Information, würde für den Drogenkonsum genutzt. Das Rauschgift werde darin erhitzt.

Gesundheitsamt
Gesundheitsamt beruhigt die betroffenen Eltern
Gesundheitsamt beruhigt die betroffenen Eltern

Die Gefahr, dass sich die Kinder beim Spiel mit der gefundenen Spritze (s. Foto) tatsächlich Krankheiten zugezogen haben, „tendiert gegen Null“, sagt Dr. Claudia Postberg-Flesch. Die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes hat am Donnerstag die Eltern informiert. HI-Viren (HIV) überlebten an der Luft nur wenige Minuten, Hepatitis-C-Erreger ebenfalls nicht lang. Es sei auch kein Fall bekannt, in dem die Krankheit durch gefundene Spritzen übertragen wurde. Gegen Tetanus oder auch Hepatitis-B seien Kinder geschützt, wenn sie nach den Empfehlungen geimpft worden sind. Auch im Nachhinein sei das noch möglich.

Edgar Hemming, Abteilungsleiter beim Kita-Zweckverband des Bistums, dem Träger des Kindergartens, erläutert, wie er so etwas in Zukunft verhindern will: So soll der Zaun von innen mit einer Plane versehen werden, außerdem würden Halogenstrahler mit Bewegungsmeldern am Gebäude installiert und die Bodendecker zurück geschnitten. „Die Aufträge sind raus, und es wird hoffentlich noch nächste Woche alles fertig sein.“ Zusätzlich würden die Erzieherinnen das Gelände nicht wie vorgeschrieben nur am Morgen untersuchen, sondern jedes Mal, bevor die Kinder nach draußen gehen. „Und bei jedem Hinweis auf ungebetenen Besuch wird die Polizei alarmiert.“ Das sei auch bisher schon Standard.

Sie sorgen sich, dass sich rund um den Kindergarten eine Szene entwickeln könnte und sich Vorfälle wie mit der Spritze vom Donnerstag letzter Woche wiederholen. Anzeichen für eine Szene sieht die Polizei jedoch nicht. Die wurde, auch auf Druck der betroffenen Eltern, informiert. Die Spritze ist inzwischen beim Landeskriminalamt in Düsseldorf und wird dort untersucht – auch auf mögliche Krankheitserreger.

Video
Bottrop, 28.09.2012: Beim Spielen auf dem umzäunten Außengelände einer Kindertagesstätte in Bottrop fanden Kinder eine benutzte Drogenspritze. Ein Kind verletzte sich, wir sprachen mit der Mutter des Kindes.

Derzeit ermittelt die Polizei, hat aber noch keine konkreten Hinweise. „Wir vernehmen Zeugen“, so Polizeisprecher Michael Franz. Gleichzeitig sei der Bezirks- und Schwerpunktdienst informiert, auf seinen Streifen das Gebiet stärker zu kontrollieren. Auch mit der Stadt, so Franz, suche man das Gespräch, „damit der Kommunale Ordnungsdienst Bescheid weiß“. Außerdem appelliert die Polizei an Nachbarn, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Matthias Düngelhoff

Kommentare
30.09.2012
15:34
Spritzen auf Kindergartengelände in Bottrop gefunden
von Brigadoon | #7

Es mag sein, dass Bottrop-Fuhlenbrock ein sogenanntes "heißes Pflaster" zu sein scheint. Um die Lebensumstände der dort aufwachsenden Kinder...
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Spritzen auf Kindergartengelände in Bottrop gefunden
Spritzen auf Kindergartengelände in Bottrop gefunden
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http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/spritzen-auf-kindergartengelaende-in-bottrop-gefunden-id7144216.html
2012-09-28 18:52
Drogen, Spielplatz, Polizei, Bottrop
Bottrop