Sprachheilpädagogik - wenn das Sprechen schwer fällt

Hier arbeitet Sprachheilpädagogin Alexandra Fröhlich gerade mit  Lucy (5).
Hier arbeitet Sprachheilpädagogin Alexandra Fröhlich gerade mit Lucy (5).
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Bottroper Sprachheilpädagogin Fröhlich hilft Kindern, Jugendlichen und Erwachsenenmit individueller Therapie. Probleme haben viele Ursachen.

Bottrop..  Sprache und Kommunikation gehören zum Alltag, Reden ist Routine. Doch mitunter machen Sprach-, Sprech-, Stimm-, Redefluss- oder Schluckstörungen genau das zum Problem.

Und genau hier setzt Sprachheilpädagogin Alexandra Fröhlich an, hilft Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit individueller Sprachtherapie. „Grundsätzlich gilt, eventuelle Defizite möglichst frühzeitig aufzuspüren und therapieren zu lassen“, sagt die 38-Jährige.

Seit fast sieben Jahren hat sie ihre eigene Praxis im Fuhlenbrock und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Schon weit vor ihrem Abitur am Bottroper Heinrich-Heine-Gymnasium stand für Alexandra Fröhlich das Berufsziel fest: Bei einem Besuch des Berufsinformationszentrums war ihr nämlich eine Broschüre über Logopädie in die Hände gefallen. „Und ich fand die Arbeit total spannend und vielseitig“, erzählt Fröhlich. Ein Praktikum bei einer Logopädin festigte den Berufswunsch, und so studierte die gebürtige Oberhausenerin Diplom-Pädagogik in Dortmund, spezialisierte sich in Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie.

Nach einigen Jahren der Arbeit in Praxen in Dinslaken und Wuppertal machte sich Alexandra Fröhlich im Juli 2008 mit ihrer eigenen Praxis in Bottrop selbstständig. Im Mai 2014 eröffnete sie eine weitere Praxis in Münster.

Vielseitiges Aufgabengebiet

„Früher wie heute liebe ich die Arbeit mit Kindern und Erwachsenen und das vielseitige Aufgabengebiet durch die unterschiedlichsten Störungsbilder“, erklärt die Sprachheilpädagogin. Zudem sei kontinuierliche Weiterbildung für sie selbst und ihr Team unabdingbar. „Man muss ständig am Ball bleiben und kann sich so auch weiterentwickeln.“

Kleinkinder und Kinder kommen in den meisten Fällen mit Sprachentwicklungs- oder motorischen Störungen (beispielsweise falsches Schluckmuster) in die Praxis. „Eltern sollten aktiv werden, wenn sie Defizite feststellen. Beispielsweise sollte der Wortschatz eines zweijährigen Kindes 50 Wörter umfassen“, erläutert die Sprachheilpädagogin. „Vieles kann man in den Griff bekommen, wenn man früh therapiert.“

Schlaganfall, fortschreitende Muskelerkrankungen wie Parkinson oder die Nervenkrankheit ALS, führen dagegen bei Erwachsenen zu Stimm- und Sprechstörungen und in die Sprachtherapie. Durch gezieltes Funktionstraining oder das Erlernen bestimmter Atemtechniken werde durchaus wieder eine bessere Teilhabe am Alltag erreicht, erläutert die Expertin.

Störungen nehmen zu

Insgesamt beobachtet Alexandra Fröhlich eine Zunahme der Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen in den vergangenen Jahren. „Früher waren die Störungsbilder zudem nicht so hartnäckig“, so Fröhlich. Nach der Diagnostik erfolge eine individuell angepasste Therapie. Ganz besonders liegt ihr dabei die Arbeit mit Kindern mit Down-Syndrom sowie Kindern und Erwachsenen ohne Lautsprache am Herzen.