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Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht

27.05.2013 | 18:09 Uhr
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
Süß ist der kleine Luis Yeboah. Weil der Zweijährige nach einer Gehirnblutung an Epilepsie, Spastiken und einer Sehbehinderung leidet, bitten die Evangelische Kirche Bottrop und die junge, alleinerziehende Mutter nun um Spenden.Foto: privat

Bottrop.   Er kann nicht sprechen, sitzen, stehen – und wird es vielleicht nie lernen. Luis (2) erlitt nach der Geburt eine Gehirnblutung, ist Epilektiker. Hoffnung hat seine Mutter dennoch: Akupunktur tut ihm gut. Doch ohne Spenden kann die Alleinerziehende die geplante Therapie nicht bewältigen.

Luis hat schöne Locken, er ist putzig. Bald funkeln auf seinem Geburtstagskuchen drei Kerzen, im August wird Luis drei Jahre alt. Sitzen oder sehen, das kann er nicht. Stattdessen hat er einen Rollstuhl, eine fürsorgliche Mama und Menschen, die für seine Akupunktur-Therapie spenden.

„Ich male mir gar nicht aus, dass er eines Tages sitzt, läuft oder geht. Aber trotzdem hab’ ich Hoffnung, endlich passiert etwas“, sagt seine Mama Lucy Obiri-Yeboah. Während der Kleine im März zum ersten Mal in seinem Leben mehrere Akupunkturnadeln gesetzt bekam, und dabei keinen Mucks machte, saß die 23-jährige Alleinerziehende in seiner Nähe und konnte endlich mal tief Luft holen – das geschieht seit dem Ende ihrer unkomplizierten Schwangerschaft nicht häufig.

Ein „gesunder“ Junge wird geboren

Luis wird am 11. August 2010 geboren, mit Hilfe einer Saugglocke Weil diese von seinem Kopf „abriss“ und erneut angesetzt werden musste, geht seine Mutter heute davon aus, dass die acht Wochen später festgestellte Hirnblutung eine Folge davon ist. Luis, der als „gesunder“ Junge das Krankenhaus verließ, muss erneut in Krankenhaus, er muss operiert werden und in die Reha. Viel zu oft bekommt die Alleinerziehende zu hören, dass die Behandlung hoffnungslos sei, ihr Sohn sich kaum entwickeln könne.

Spenden über die Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche hat eigens ein Spendenkonto eingerichtet, das die Fortführung der Therapie mit absichern soll.

Spenden gehen an Inhaber: Evangelische Kirche Bottrop, Kontonummer: 45476, Bankleitzahl: 42451220, Stichwort: Luis.

Wer eine Spendenquittung benötigt (um die Spende beispielsweise in der Steuererklärung anzugeben), muss im Verwendungszweck zusätzlich seine Adresse angeben.

„Dabei hat man in der Reha gesehen, dass er Potenzial hat. Er kann Sachen. Vorher dachten man sogar, er könne nicht selber kauen“, erinnert sich Yeboah. Ihr Sohn ist blind, er leidet an Epilepsie und an Spastiken. Schulmedizinisch gilt er rasch als „austherapiert“. Doch die 23-Jährige sieht eine Dokumentation über die kleine Alina, die ein ähnliches Krankheitsbild wie Luis hat und die nach kurzer Zeit einer Akupunkturtherapie einen Arm wieder bewegen kann. Also suchen die zwei Alinas Praxis auf, das Naturheilzentrum Bottrop, und starten einen Versuch.

Zuvor keine Erfahrung mit Akupunktur

20 000-Euro-Therapie

Obwohl das Naturheilzentrum Bottrop eigentlich keinen Behandlungsplatz mehr frei hatte – für Luis hat die Gemeinschaftspraxis von Farid Zitoun und Christian Rüger alles ein wenig umgemodelt. So wurden ein Erstgespräch und die Erstbehandlung im März möglich.

Für den entwicklungsverzögerten Luis, der ständig krampft, haben die Akupunkteure nun einen Behandlungsplan ausgearbeitet, der über anderthalb Jahre dauern soll. „Es sind Möglichkeiten für Luis da, auch wenn er schulmedizinisch als austherapiert gilt“, sagt Zitoun. Wie genau sich Luis entwickeln kann, können die Zwei genauso wenig voraussagen wie jeder andere Arzt. „Aber egal was passiert, es wäre ein Riesenerfolg“, sagen Zitoun und Rüger.

Mittels Akupunktur lässt sich ein Reiz auf den Körper ausüben, der die Anfälle der Epilepsie und die spastischen Krämpfe mildern kann. Das entspannt Luis’ Körper, er ist mehr Herr über sich selbst und kann besser auf seine Umwelt reagieren. Während der mehrstündigen Aufenthalte in der ambulanten Praxis soll Luis zudem Einreibungen, homöopathische Medikamente und physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Massagen usw.) erhalten.

Insgesamt sind für die geplante Behandlung gut 15- bis 20 000 Euro nötig. Weil Zitoun und Rüger selber wissen das sich die alleinerziehende Mutter dies nicht leisten kann, gaben sie der 23-Jährigen Tipps, welche Stiftungen und Verbände ihr bei der Spendensammlung helfen könnten.

„Nach der ersten Behandlung war Luis ruhiger, ausgeglichener. Er konnte sich ein bisschen mehr auf mich konzentrieren und besser zuhören“, erzählt Obiri-Yeboah hoffnungsvoll, die zuvor keine Erfahrung mit Akupunktur hatte. Das war Ende März. Im Juni startet nun der erste Behandlungszyklus.

Insgesamt soll Luis nach derzeitigem Plan anderthalb Jahre behandelt werden, was sich die junge Mutter aber nicht leisten kann. Die 23-Jährige steckt mitten in der Ausbildung, die sie für die Pflegezeit mit Luis pausieren lässt. Ab August will sie diese in Teilzeit zwar fortführen, weil Luis dann einen Platz im heilpädagogischen Else-Weecks-Kindergarten des DRK hat. Dennoch bleibt das Geld knapp. Weil Akupunktur in Luis’ Fall keine Regelleistung der Krankenkasse ist, werden die Kosten nicht übernommen.

Anne Wohland


Kommentare
30.05.2013
12:52
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von Brigadoon | #10

Wie wäre es, wenn die beiden Herren die ganze Behandlung spenden würden???
Ich wünsche dem Kleinen alles Gute und hoffe, dass sich ein gescheiter Weg der Behandlung und Unterstützung finden wird. Nichts geschieht zufällig. Auf jeden Fall ist es ein Glück, dass er bald in den "Else-Weecks-KiGa" gehen kann. Denn jeder hat seinen Platz im Leben und dort ist einer für Luis....:-)

30.05.2013
07:50
Seltsam.....
von Innovator-Rex | #9

...dass bisher nicht eine der zahlreichen kritischen Online-Stimmen zu diesem Beitrag in der gedruckten WAZ veröffentlicht wurde.An Platzmangel kann es kaum liegen, denn für den bestimmt einhundertsten Online-Kommentar zum Stecnkhoffbad fand sich Platz. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

28.05.2013
14:11
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von cece | #8

Dieser Artikel entbehrt jeglicher journalistischer Kompetenz. Er ist eine reine Werbeschrift für einen spekulativen Therapieansatz. Eine wissenschaftliche Berechtigung fehlt. Sowohl die veranschlagten Kosten als auch die angepeilte Behandlungsdauer erscheinen unseriös. Die Reporterin hätte kritischer nachfragen müssen. Und seit wann sind die beiden Heilpraktiker Ärzte? In dem Artikel heißt es: " können die zwei genauso wenig voraus sagen wie jeder andere Arzt...." Liebe Waz, lasst Euch bitte nicht so vor einen Karren spannen, sondern macht Journalismus, der nachhakt und reflektiert.

28.05.2013
09:57
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von Innovator-Rex | #7

Es ist traurig und beschämdend, dass die WAZ sich dafür hergibt, diesen geldgierigen Herren eine kostenlose Werbeplattform zu bieten und sie dabei unterstützt, verzweifelten Angehörigen und hilfsbereiten Spendern das Geld aus der Tasche zu ziehen. So sehr ich dem kleinen Jungen alles Gute und wirklich beste Behandlung wünsche, so sehr hoffe ich, dass sich niemand findet, der für diese Abzockerei spendet. Hier wird mit der Hoffnung verzweifelter Eltern Reibach gemacht! Wie viel Gutes könnte mit diesem Geld geschehen, wenn es in die richtigen Hände qualifizierter Therapeuten oder Einrichtungen käme.

28.05.2013
09:48
Akupunktur wertlos
von Anatole | #6

Das ist ja mal eine praktische Definition der angeblichen Therapeuten: "Wie genau sich Luis entwickeln kann, können die Zwei genauso wenig voraussagen wie jeder andere Arzt. „Aber egal was passiert, es wäre ein Riesenerfolg“, sagen Zitoun und Rüger."

Erolg ist also garantiert, zumindest aus Sicht der mit merkwürdigen Definitionen von Heilerfolgen arbeitenden Heilern. Der finanzielle Erfolg ist ja offenbar sowieso garantiert.

Das die Krankenkassen die Akupunktur hier nicht bezahlen hat einen ganz einfachen Grund: Ihre Wirkung ist nicht nachgewiesen.

Ich verstehe die Sorge der Eltern, aber letztendlich beruht hier die erlebte "Wirkung" der Behandlung sicher nicht auf der Akupunktur, sondern auf der Zuwendung und die kann man auch preiswerter haben. Ich würde den Eltern dringend davon abraten dieser Praxis die horrende Summe in den Rachen zu werfen!

1 Antwort
Ergänzung
von Anatole | #6-1

Da die Therapeuten ja so von Ihrer Therapie überzeugt sind, habe ich folgenden Vorschlag: Man vereinbart vertraglich ein Erfolgshonorar. Es wird genau vorab geregelt, was das Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt können soll. Dann würde ich zu einem neurologisch erfahrenen Kinderarzt gehen und prüfen lassen, was ein echter Therapieerfolg wäre (also mehr als man mit normaler Therapie erreichen kann). Bei Eintritt des Erfolges wird bezahlt, bei Nichteintritt nicht.

28.05.2013
09:33
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von Ralfheer | #5

Auch wen es wieder so en medezin abzocke ist...es hilft dem kleinen und obwohl ich selbe rnicht viel geld habe werde ich einen ganzen tages lohn spenden...wen es hilft !

28.05.2013
08:12
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von Mertens11 | #4

Wie großzügig von den "Therapeuten" von eigenen Gnaden, dass Sie noch einen Platz für ihre fragwürdigen "Behandlungen" zur Verfügung stellen und auch gleiche Tips zum Spendenakquise mitliefern. Man sollte einmal bedenken, dass für die hier avisierten Kosten ein Arzt mit sechsjährigem Studium und nochmal mindestens fünfjähriger Facharztweiterbildung im Schnitt 125(!!!) Kassenpatienten ein ganzes Jahr lang behandeln muß!

28.05.2013
06:57
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von Reflex | #3

Es wäre deutlich sinnvoller dem Kleinen einen vernünftigen Förderkindergarten zu suchen und das Geld in sinnvolle Therapien wie Ergotherapie, Krankengymnastik und Logopädie zu stecken, wo gezielt seine Defizite behandelt werden als irgendeine überteuerte nicht bewiesene vermeitliche Therapie, die nur dem Geldbeutel des Anwenders dient. Das würde die Mutter viel mehr entlasten und unterstützen....

28.05.2013
05:12
Spender für kranken Luis (2) aus Bottrop gesucht
von markuskarl | #2

Lieber Hr. von meir ,
Hr Zitoun war vor seiner Karriere als Heilpraktiker doch Hellseher oder Wahrsager . Er sollte den Verlauf der Heilung doch vorausschauend beurteilen können .

27.05.2013
21:55
Auch wenn dem Kleinen sicherlich jegliche erdenkliche Therapie gegönnt wird - aber dieser Spendenaufruf ist doch etwas merkwürdig.
von melr | #1

Da stellt eine gewinnorientierte Praxis einen 20.000 Euro - Heilplan auf, der über 1,5 Jahre gehen soll. Ausgang ungewiss, auch wenn Akupunktur in der Tat durchaus Erfolge erzielt. ZWANZIGTAUSEND Euro!

Anstatt einer anscheinend geldgeilen Praxis zigtausende Euro in den Rachen zu werfen, sollten solche Summen lieber auf viele Kinder verteilt werden, wo schon bei einem Bruchteil dieser Summe deutliche Verbesserungen zu erwarten sind.

Ich spende recht viel im Bereich von Kinderhospitzen, da zählt auch jeder Euro, der todkranken Kindern ein letztes bisschen Glück vor ihrem unvermeidlichen und oft qualvollen, einsamen Tod bringen kann.

Aber 20.000 Euro für jahrelange Akupunkturen, oder ominöse Einreibungen und (von Kassen sehr wohl bezahlte) Wärmetherapien mit ungewissem Ausgang zu verbraten - das hört sich ganz übel danach an, als wolle da eine Praxis ordentlich Kasse machen.

Und dann als Heilpraktiker auch noch Tipps für das erfolgreiche Spendensammeln geben. Was eine Dreistigkeit.

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