Das aktuelle Wetter Bottrop 8°C
Freizeit

SPD strebt Genossenschaft fürs Freibad an

18.10.2012 | 19:05 Uhr
SPD strebt Genossenschaft fürs Freibad an
Eine Benefizparty im Stenkhoffbad ist fürs Jahresende in Vorbereitung. Vorbild sind die Beachpartys mit Schlagerstars.Foto: Robert Dyhringer

Bottrop. Eine Genossenschaft soll das Stenkhoffbad übernehmen. Darin sieht die SPD eine gute Lösung, die Existenz des städtischen Freibades zu sichern.

Das pro Jahr 290 000 Euro kostende Bad steht sonst vor dem Aus, weil die Stadt ab 2014 dessen Minus von 190 000 Euro nicht mehr ausgleichen wird.

„Wir haben ein gutes Jahr Zeit, alles auf den Weg zu bringen“, sagte SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr. Die SPD halte nichts davon, dass das Bad an der Stenkhoffstraße städtisch bleibe. „Die Stadt muss nicht alles machen“, sagte Lehr. Ihre schlechte Finanzlage sei bekannt.

Postkartenaktion Anfang des Jahres

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Göddertz hatte daher schon nach der Klausur seiner Partei zum Finanzpakt im Sommer eine Kampagne zur Rettung des Stenkhoffbads ins Gespräch gebracht. Fördervereine oder Bürgervereine könnten auch helfen, meinte Göddertz.

Von ihrer Rettet-das-Stenkhoffbad-Aktion lässt sich die SPD durch die Bürgerbegehren-Pläne der von der DKP initiierten Bürgerinitiative nicht abbringen. „Wir machen weiter“, betonte SPD-Ratsherr Lehr. Bis Ende November können die Bürger Vorschläge für einen eingängigen Slogan der Kampagne machen. „Zu Beginn des neuen Jahres werden wir dann 10 000 Postkarten verteilen, auf denen die Bürger erklären können, was sie zur Erhaltung des Bades beitragen würden“, sagte er.

Jeder kann Anteile erwerben

Dabei zieht die SPD mittlerweile die Gründung einer neuen Genossenschaft fürs Freibad einem Bürgerverein vor. „Ein Verein könnte sich am Ende als nicht stabil genug erweisen“, begründete Lehr. An der Genossenschaft könne jeder Anteile übernehmen, womöglich auch finanzstarke Partner. „Auch die Stadt selbst kann Anteile erwerben“, meint der Ratsherr. Die Genossenschaft könne das Stenkhoffbad dann zu einem symbolischen Preis übernehmen. Aber, so betont Lehr: „Es geht nicht ohne die Bürger“.

Benefizaktionen sollen zusätzlich helfen, die Kosten für das Freibad zu decken. In Vorbereitung ist ein Jahresabschlussfest im Bad. Vorbild sind die Beachpartys mit Schlagerstars. „Die letzte brachte 20 000 Euro ein“, sagte der Ratsherr, trotz fälliger Gagen. Lehr: „Wir sind im Gespräch mit Künstlern, die bereit wären, darauf zu verzichten“.

Alleingang der DKP in der Kritik

SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr wirft DKP und Linken in der Debatte über das Stenkhoffbad puren Populismus vor. „Es geht ihnen nicht um das Freibad. Vor allem die DKP versucht doch nur, das politisch für sich auszuschlachten“, kritisierte der Vorsitzende des Bauausschusses.

Lehr hält das Vorgehen der beiden Parteien für unseriös. „Wenn ich den Leuten etwas zum Nulltarif verspreche, werden viele kaum dagegen sein“, meinte der Ratsherr. Wie berichtet, streben DKP wie Linke an, dass das Freibad in städtischer Hand bleibt. Eine Bürger-Initiative, die die DKP ins Leben gerufen hat, will das per Bürgerbegehren durchsetzen.

Nicht gerade hilfreich

„Ich finde es sehr schade, dass sie jetzt diese Kampagne machen“, sagte Lehr. Das Bürgerbegehren sei ja nicht gerade hilfreich, die Bürger davon zu überzeugen, dass sie sich auch mit eigenem Zutun für die Rettung des Stenkhoffbades einsetzen.

Der Ratsherr erinnert daran, das DKP-Ratsherr Gerber im Betriebsausschuss des Sport- und Bäderbetriebes die „Rettet-das-Stenkhoffbad“-Initiative der SPD zunächst ja guthieß. Lehr: „Aus einer solchen gemeinschaftlichen Initiative kann er aber kein politisches Kapital schlagen. Das zeigt ja, dass es der DKP im Grunde eigentlich nur darum geht, Werbung für sich selbst zu machen“.

Norbert Jänecke

Facebook
 
Kommentare
19.10.2012
17:43
SPD strebt Genossenschaft fürs Freibad an
von Neutraler-100 | #3

Es geht nicht um den Staat, es geht um Bottrop.
Ein Bottroper zahlt für allen Möglichen Blödsinn.
Nur drei Beispiele, Flugplatz, Stadttor und der neue Förderpreis..
Von den, sehr teuer gewordenen, auf Devisenspekulation beruhenden Kreditgeschäften ganz zu schweigen.

Als Bottroper fordere ich eine gewisse Lebensqualität an. Dafür bezahle ich nicht nur Steuern. Lebensqualität ist für mich, im Sommer, vorausgesetzt die Witterungsverhältnisse sind dementsprechend, in ein Freibad gehen zu können. In ein städtisches Freibad, mit angemessenen Preisen.

Wer einen Flugplatz für seine Lebensqualität benötigt, der sollte dem Vorschlag folgen und diese Flugplatz als Genossenschaft, weiter führen.

Angeblich fehlende 200000,00€, für eine städtische Einrichtung die 120000 Bürger zur Verfügung steht, stehen in keinem Verhältnis zu den x Millionen die die Stadt, in ein nicht einmal in Bottrop liegendes Objekt, bisher, für einige wenige Mitbürger, gesteckt hat.

19.10.2012
13:40
SPD strebt Genossenschaft fürs Freibad an
von querdenker1980 | #2

Zunächst muss man festhalten, dass die Bürgerinitiative um Michael Gerber herum die Ersten waren, die sich aktiv und lautstark gegen eine Schließung des Bades aussprachen. Populismus und Ausschlachterei wie es Ratsherr Lehr angibt kann ich nicht erkennen.

Als Außenstehender vermittelten die beide großen Volksparteien eher den Eindruck von Trägheit und Orientierungslosigkeit.

Was aber einmal mehr die völlig fehlende Weitsichtigkeit von DKP und Die Linke angeht ist,das das Bad in deren Augen in städtischer Hand bleiben soll.
"Vater Staat muss dafür Aufkommen", so die Einstellung von Linken und DKP. Ich sage denen die an solchen Ideologien festhalten, dass 40 DDR ein Bild dafür sind, dass das nicht funktioniert (hat) und auch heute nie wieder funktionieren wird!

Es ist richtig & wichtig mehr Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und fürs Allgemeinwohl.

Doch was ist es dem Bottroper wert? Ist er bereit Summe X aus eigener Tasche zum Erhalt des Bades zu zahlen?

19.10.2012
09:55
SPD strebt Genossenschaft fürs Freibad an
von Wittmich | #1

Lieber R.Lehr;"Wer im Glashaus sitzt,sollte nicht mit Steinen werfen" Erst der Wechsel
von Grün nach(FALSCHEN)Rot und dann die unrichtigen Aussagen,das die DKP,die
Initiative zu ihrem Vorteil ausnutzt. Es ist doch "AUCH" die SPD die sich gerne mit
fremden Federn schmückt.Das soll heißen,das viele Sachen,die andere angefangen
haben,im nachhinein,als ihr Eigengewächs ausgegeben haben. Deshalb ist,nicht nur
die SPD,nicht mehr wählbar

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7207518/create

Umfrage
Welche Regelung für Radfahrer in der Fußgängerzone halten Sie für sinnvoll?

Welche Regelung für Radfahrer in der Fußgängerzone halten Sie für sinnvoll?

 
Fotos und Videos
Hansa Center
Bildgalerie
Stadtmitte
Bauernolympiade
Bildgalerie
Fotostrecke
Bauernolympiade
Bildgalerie
Wettkämfe
Aus dem Ressort
Autorin geht auf Erinnerungsreise
Lesung
Im Café „Ma Wat Anders“ sind die Tische mit den verschiedenfarbigen Tischdecken zusammengeschoben, Namensschilder stehen darauf. Die Bottroper Jung-Autorin Julia Sandforth lädt hier zum Erzähl-Café mit Lesung ein. „Ich möchte Sie alle auf eine Erinnerungsreise mitnehmen“, bereitet sie ihre Gäste...
Solidaritätskonzert mit Dr. Stratmann
Bottrop
Dass er vor seiner Haustür wegen der Schlaglöcher inzwischen eigentlich einen Geländewagen brauche, das nimmt Dr. Ludger Stratmann noch mit (Galgen)humor. Doch dass aus kommunaler Finanznot nun auch noch das Stenkhoffbad auf der Strecke bleiben soll – da hört für den Kabarettisten der Spaß auf.