Sparansatz schmilzt deutlich
28.06.2010 | 16:37 Uhr 2010-06-28T16:37:00+0200
Bottrop. Die Gemeindeprüfer hatten dem Gesundheitsamt ein Einsparpotenzial von 1,25 Mio Euro errechnet. Jetzt wurde genauer hingeschaut in einer internen Prüfung.
Der Ausschuss nahm die Stellungnahmen zur Überprüfung des Gesundheitsamtes nur erst zur Kenntnis. Wenn es aktuell wird (das könnte demnächst bei den Haushaltsberatungen passieren) werde darüber noch einmal zu sprechen sein, sagte Ausschussvorsitzende Renate Palberg. Die Kosten des Bottroper Gesundheitswesens liegen in Bottrop pro Einwohner deutlich über dem Mittelwert des Landes, heißt es.
Dabei kam jetzt zunächst einmal heraus: In Schritten und mittelfristig sind Stelleneinsparungen möglich, die jährlich rund 333 000 Euro sparen. Hinzu kommen noch 100 000 Euro Sachkosten.
Wichtig war der Verwaltung, wie sie im Sozial- und Gesundheitsausschuss betonte, dass es so zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommt und es auch grundsätzlich keine Leistungseinschränkungen im Leistungsangebot geben soll.
Die Ergebnisse dieser internen Prüfung und die diesbezüglichen Stellungnahmen des Gesundheitsamtes sollen jetzt in die Haushalts- und Stellenplanberatungen für das nächste Haushaltsjahr einfließen.
Außer den personellen Maßnahmen, die z.B. durch Ruhestands- und Altersteilzeitregelungen zustande kommen, sind auch noch organisatorische Änderungen geplant.
Eine neue komprimiertere Form von Verwaltungsarbeit wird vorgeschlagen, aber auch die Möglichkeit, Dienste auszulagern und Honorarkräfte zu beschäftigen. Nicht aufkommen lassen will Gesundheitsamtsleiter Dr. Klaus Dieter Erkrath den Eindruck, als gebe es in Bottrop eine überflüssige oder gar Luxusversorgung bestimmter Personen oder Gruppen.
Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes werde aber sehr wohl aufsuchend gehandelt und nicht erst, wenn der Schaden angerichtet sei. Auch müsse man ja immer wieder mit Überraschendem (wie z.B. der Schweinegrippe) rechnen.
Die Gemeindeprüfungsanstalt habe das aktive Vorgehen und Handeln des Gesundheitsamtes kritisiert und für zu kostspielig gehalten. Das konterkariere das Grundverständnis von humanem und sozialmedizinischem Handeln, ärgert sich Dr. Erkrath.
Er verweist auch grundsätzlich darauf, dass Angebote, die in den letzten Jahren eingerichtet oder nach langer Unterbesetzung erst jetzt geleistet werden, alle politisch gewollt seien wie Untersuchung von Kita-Kindern, Einsatz von Familienhebammen oder Altenpflegern.
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