Sorgen und Ängsten begegnet sie mit Ruhe und Erfahrung

Früher seien Eltern nicht in den Pflegeprozess des Kindes integriert gewesen. „Es gab feste Besuchszeiten, wir haben die Kinder versorgt, und die Eltern bekamen sie nur ab und zu auf den Arm.“ Seit etwa 15 Jahren habe sich das zunehmend geändert. „Eltern dürfen rund um die Uhr zu ihren Kindern, und sobald das Überleben gesichert ist, übernehmen sie sofort die Pflege. Wir haben eher beratende Funktion.“

Vor dem Hintergrund, dass auch Frühgeborenen einiges zuzutrauen ist, gelte heute die Devise des „minimal handlings“ - weniger ist mehr. Um Lungenschäden zu vermeiden, werde beispielsweise möglichst wenig beatmet. „Dann sitzt aber eine Schwester stundenlang neben diesem Kind und passt auf, dass die Atmung nicht aussetzt.“

Natürlich ist Gabi Keldenich in ihrem Berufsalltag mit Ängsten, Sorgen und auch Leid konfrontiert. Allem begegnet sie mit Ruhe und Erfahrung, schätzt aber auch den Austausch mit jungen Kolleginnen, die mitunter einen ganz anderen Ansatz finden. „Wichtig ist bei aller Nähe zu Kindern und Eltern die professionelle Distanz“, so die Kinderkrankenschwester. Zudem sei Akzeptanz wichtig, wenn ein Kind doch nicht überleben kann.

Grundsätzlich überwiege das Positive in ihrem Beruf: „Es ist so wunderbar, ein Kind zu begleiten, dass mit 400 Gramm geboren wurde und schließlich gesund und munter die Klinik verlassen kann“, erzählt Gabi Keldenich. Der Austausch und die Unterstützung der Eltern seien ihr sehr wichtig.