„So viele Geburten hatten wir noch nie“

Hebamme Atieh Sadfian kümmert sich um die werdende Mutter Lisa Schürmann.
Hebamme Atieh Sadfian kümmert sich um die werdende Mutter Lisa Schürmann.
Foto: Labus / FUNKE Foto Servises
Was wir bereits wissen
922 Neugeborene zählte das Marienhospital im vergangenen Jahr. Die frisch renovierten Kreisäle und die Qualität der medizinischen Versorgung gelten als Gründe für den Geburtenanstieg.

Bottrop..  „So viele Geburten hatten wir hier noch nie“, freut sich Dr. Miltiades Stephanou, stellvertretender Chefarzt der Gynäkologie im Marienhospital, und zieht Bilanz: 922 Geburten gab es im vergangenen Jahr, also 114 mehr als 2013. Hintergrund seien sicherlich die frisch renovierten Kreisäle, aber vor allem auch die Qualität der medizinischen Versorgung. „Unsere Zusammenarbeit mit der Kinderklinik ist hervorragend. Das spricht sich herum“, meint der Mediziner.

Mit frischem Orange, warmen Holztönen und großformatigen Blumenmotiven an den Wänden präsentieren sich die drei renovierten Kreisäle und das Elternzimmer. Nichts ist mehr zu spüren von der kalten OP-Atmosphäre, die jahrzehntelang die werdenden Eltern empfing. Dennoch kommt die Technik in den modernisierten und fast wohnlich anmutenden Kreisälen natürlich nicht zu kurz. „Die Sicherheit hat höchste Priorität“, so Stephanou. Drum gibt es auch in Kürze eine zentrale Monitorüberwachung aller Kreisäle.

„Wenn die werdenden Mütter kommen, so sind sie natürlich sehr aufgeregt“, berichtet Hebamme Atieh Sadatian von ihren Erfahrungen. „Natürlich wissen die meisten durch die Geburtsvorbereitungskurse schon, was auf sie zukommt. Aber in der Situation zu stecken, ist doch ein bisschen anders.“ Wichtig sei stets, Vertrauen aufzubauen. „Je wohler sich die werdende Mutter fühlt, umso besser läuft die Geburt“, so die Hebamme. Zu 99 Prozent seien auch die Väter bei der Geburt dabei. „Sie sind meist noch aufgeregter, fiebern mit und fühlen sich doch so hilflos“, erzählt Atieh Sadatian.

Der erste Kontakt der Eltern mit dem Team der Geburtsvorbereitung erfolgt daher meist schon lange vor der Geburt bei einer der regelmäßigen Kreissaalführungen, ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche kommen sie regelmäßig zur Kontrolle.

Auffällig ist, dass sowohl die Anzahl der Risikoschwangerschaften als auch die der Kaiserschnitte zugenommen hat. So erblickten 2014 rund 34 Prozent der Neugeborenen per Kaiserschnitt das Licht der Welt. „Immer mehr Frauen wünschen einen Kaiserschnitt“, stellt Atieh Sadatian fest. Wunschkaiserschnitte gäbe es aber nicht. „Es ist immer eine entsprechende Diagnose erforderlich“, so Stephanou. „Aber immer mehr Frauen haben Angst vor den Schmerzen und sorgen sich um ihr Kind.“ Zudem stehe stets die maximale Sicherheit im Vordergrund. Aufklärende Gespräche im Vorfeld der Geburt sind eine selbstverständlich.

In der Regel bleiben die Frauen etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt in der Klinik. Auch Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden haben, verlassen die Klinik nach vier Tagen.