Sieben Kilometer Boye-Kanal in Bottrop sind geschafft

Foto: Lutz von Staegmann
Was wir bereits wissen
Immer an der Boye entlang. Der unterirdische Kanalbau der Emschergenossenschaft schreitet voran. Von 8,1 Kilometer sind bereits sieben geschafft.

Bottrop.. Die Emschergenossenschaft schreitet voran mit dem unterirdischen Kanalbau parallel zur Boye. Aktuell sind von insgesamt 8,1 Kilometer bereits sieben verlegt. Der Abwasserkanal entlang des Boye-Gewässers reicht vom Stenkhoffbad nördlich der A 2 bis zum Pumpwerk Boye an der Prosperstraße. Gegenwärtig geht es um den vorletzten Streckenabschnitt. Der letzte, rund 750 Meter lange Bereich des Abwasserkanals, der an den großen Abwasserkanal Emscher anschließt, wird im kommenden Jahr gebaut.

Bis zur kompletten Inbetriebnahme des neuen Abwasserkanals Boye dauert es noch, denn es müssen zuvor die Schachtbauwerke und die seitlichen Anschlüsse fertiggestellt werden, um die Abwassernetze der Städte Gladbeck und Bottrop an den Kanal anzuschließen.

Im zweiten Halbjahr 2015 wird jedoch zumindest schon einmal der erste Teilabschnitt des neuen Abwasserkanals Boye vor der Regenwasserbehandlungsanlage Welheim in Betrieb genommen. Danach folgen die beiden anderen Regenwasserbehandlungsanlagen Kraneburger Feld und Im Gewerbepark. 2017 dürfte der komplette Bau abgeschlossen sein.

Abzweig fürs Regenwasser

Die Regenwasserbehandlungsanlagen dienen der Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser mithilfe simpler Schwerkraft. Das funktioniert so: Der neue unterirdische Abwasserkanal parallel zur Boye kommt zum Beispiel an der Straße „Im Gewerbepark“ mit einem Innendurchmesser von 3,50 Meter an. Hier führt er noch Regen- und Schmutzwasser. Im Stauraumkanal können über 23 000 Kubikmeter aufgestaut werden. Nun kommt es zur so genannten Regenwasserbehandlung: Bei starken Güssen wird das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können durch eine Ableitung in den Abwasserkanal transportiert werden. Diese Ableitung hat einen Durchmesser von 1,60 Meter – ein deutlicher Unterschied zu den 3,50 Metern zuvor.

Das oben schwimmende, weitgehend saubere und nicht klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine 42 Meter lange Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Das passiert mit rund 15 000 Liter pro Sekunde.

In Fließrichtung gesehen wächst der Abwasserkanal Boye nun wieder stetig von 1,60 Meter auf 3,50 Meter an – denn er muss seitliche Schmutzwassereinleitungen aus Bottrop und Gladbeck aufnehmen. Zu einer weiteren Entlastung kommt es aber am neuen Stauraumkanal an der Kraneburgstraße. Hier werden rund 4400 Kubikmeter aufgestaut